Die Rollenauswahl ersetzt hier die Anmeldung. In einer realen Umsetzung liefe der
Zugriff über die Benutzerverwaltung des Systems. Sichtbar ist damit ein Grundsatz, der im Abschnitt
Daten und Governance beschrieben wird: Zugriff auf Kennzahlen ist rollenbasiert — jede Rolle
sieht, was sie für ihre Entscheidungen braucht, und nicht mehr.
Demonstrationsprototyp · keine offiziellen Unternehmenskennzahlen ·
kein produktives System
Management-Cockpit
Angemeldet alsGeschäftsführung
GF
Demonstrationsprototypsynthetische Beispieldaten,
keine offiziellen Unternehmenskennzahlen — Einordnung im Fuß der Seite
Präsentationsmodus · Schritt 1 von 5
Cockpit/Steuerung
Managementübersicht
Gesamtbild, zentrale Abweichungen und prioritäre Managementthemen
Modelljahr 2026Datenstand 30. Sep.
Briefing für die GeschäftsleitungRedaktionsstand · kuratiert, kein automatischer Abruf
Was das Umfeld derzeit bestimmt
Vier Entwicklungen prägen die Lage kommunaler Versorger. Erstens steigt der
Investitionsbedarf branchenweit deutlich, während die wenigsten Häuser ihn aus eigener Kraft finanzieren
können. Zweitens wird der Regulierungsrahmen für Netzentgelte grundlegend umgebaut — die
Anreizregulierung läuft aus. Drittens steht das Gasnetz gleich dreifach unter Druck: dünnerer
Speicherpuffer, auseinanderlaufende Entgelte und die ungeklärte Frage, wer die Kosten des Ausstiegs
trägt. Viertens verschieben sich Pflichten aus Cybersicherheit,
Wärmeplanung und KI-Einsatz von der Fachebene auf die Leitungsebene, mit persönlicher Verantwortung.
6 regulatorisch3 Branche2 Unternehmen
Regulierung und Recht Was Fristen oder Pflichten auslöst
RegulierungBundesnetzagentur · Festlegungen vom 10.12.2025
Anreizregulierung wird abgelöst — NEST gilt ab 2028 für Gas, 2029 für Strom
Die Bundesnetzagentur hat ihre Festlegungen im NEST-Verfahren veröffentlicht. Sie ersetzen ab der
fünften Regulierungsperiode die Anreizregulierungsverordnung sowie die Netzentgeltverordnungen für
Strom und Gas. Die Kapitalkostenvergütung läuft künftig über ein WACC-Modell mit einer unterstellten
Eigenkapitalquote von 40 Prozent; Baukostenzuschüsse mindern die Verzinsungsbasis. Ab der sechsten
Periode verkürzen sich die Regulierungsperioden auf drei Jahre.
Der Übergang liegt in der laufenden Planungsperiode. Investitionsentscheidungen, die heute getroffen werden, werden zum Teil erst unter dem neuen Rahmen refinanziert.
Was das bedeuten könnte: Die Refinanzierungsbedingungen für Netzinvestitionen
ändern sich grundlegend. Für die mehrjährige Investitions- und Finanzplanung ist das die wichtigste
Änderung der nächsten Jahre. Branchenseitig wird diskutiert, dass die resultierende
Eigenkapitalverzinsung unter dem liegt, was Investoren als auskömmlich ansehen.
Bezug im Cockpit: Finanzszenario · Investitionsquote · Eigenkapitalquote
CybersicherheitBundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
NIS-2: Registrierungsfrist abgelaufen, Nachfrist endete im Juli 2026
Die gesetzliche Frist zur Registrierung betroffener Einrichtungen lief im März 2026 ab; das BSI hatte
eine Nachfrist bis zum 31. Juli 2026 eingeräumt. Der Kreis der erfassten Unternehmen ist gegenüber der
früheren KRITIS-Regelung deutlich erweitert. Die Richtlinie verpflichtet die Leitung ausdrücklich
persönlich — Billigung der Maßnahmen, Überwachung der Umsetzung und Nachweis der Wirksamkeit sind
nicht delegierbar.
Was das bedeuten könnte: Typischerweise sind technische Schutzmaßnahmen
vorhanden, während dokumentierte Risikoanalysen, Lieferantenbewertung und definierte Meldeprozesse
fehlen. Die Lücke ist meist regulatorisch, nicht technisch.
Bezug im Cockpit: Risikoregister · NIS-2-Nachweisbericht
WärmewendeWärmeplanungsgesetz, in Kraft seit 01.01.2024
Kommunale Wärmeplanung: Frist für kleinere Kommunen läuft bis 30. Juni 2028
Städte über 100.000 Einwohner mussten ihren Wärmeplan bis Mitte 2026 vorlegen. Für alle übrigen
Kommunen gilt der 30. Juni 2028, für Gemeinden unter 10.000 Einwohnern ein vereinfachtes Verfahren.
Der Plan weist straßengenau aus, wo Wärmenetze entstehen und wo dezentrale Lösungen vorgesehen sind.
In Nordrhein-Westfalen gilt ergänzend das Landeswärmeplanungsgesetz.
Die Frist für die kleineren Kommunen wirkt weit entfernt — der Vorlauf für Datenerhebung, Beteiligung und Beschluss ist es nicht.
Was das bedeuten könnte: Der Wärmeplan ist die Entscheidungsgrundlage für die
Perspektive des Gasnetzes. Die offene Frage ist, ob der Versorger fachlich eingebunden ist oder die
Verwaltung federführend arbeitet — davon hängt der Einfluss auf die Gebietsausweisung ab.
Bezug im Cockpit: Spartensicht Gas und Wärme · Vorhabenportfolio
Künstliche IntelligenzEU AI Act · KI-Marktüberwachungsgesetz, Juni 2026
Transparenzpflichten für KI-Systeme gelten seit August 2026
Systeme, die direkt mit Menschen interagieren, müssen offenlegen, dass keine natürliche Person
antwortet. Zusätzlich besteht eine Dokumentationspflicht auch für unkritische Anwendungen: Jedes
Unternehmen muss seine Systeme gegen die Hochrisikoliste prüfen und das Ergebnis begründen können.
Zuständige Aufsicht in Deutschland ist die Bundesnetzagentur. Pflichten für eigenständige
Hochrisiko-Systeme wurden auf Dezember 2027 verschoben.
Die Verschiebung der Hochrisiko-Pflichten durch die Digital-Omnibus-Verordnung betrifft nicht die Transparenzpflichten. Sie gelten bereits.
Was das bedeuten könnte: Ein Chatbot im Kundenservice fällt unmittelbar
darunter. Auch unkritische Anwendungen brauchen eine dokumentierte Einordnung — fehlt sie bei einer
Prüfung, ist das ein eigener Bußgeldtatbestand.
Bezug im Cockpit: Risikoregister · Vorhabenportfolio
Branche Was andere Versorger beschäftigt
StudieBDEW und EY · Stadtwerkestudie 2026, 100 befragte Unternehmen
89 Prozent erwarten Investitionshochlauf, 92 Prozent können ihn nicht selbst finanzieren
Für 89 Prozent der befragten Stadtwerke liegt das künftige Investitionsvolumen mindestens ein Viertel
über dem langjährigen Durchschnitt, ein Viertel rechnet mit mehr als 200 Prozent Anstieg. 92 Prozent
sehen sich nur eingeschränkt oder gar nicht in der Lage, das aus eigenen Mitteln zu stemmen. Die
größte Finanzierungsherausforderung liegt bei Wärmeerzeugung und Wärmenetzen, nicht beim Stromnetz.
Nur 43 Prozent blicken positiv in die Zukunft.
Anteil der 100 befragten Stadtwerke. Die Lücke zwischen Zeile 1 und Zeile 2 ist das eigentliche Ergebnis — der Bedarf ist erkannt, die Finanzierung ist es nicht.
Was das bedeuten könnte: Ein Befund ist unmittelbar anwendbar: Unternehmen mit
einem Verschuldungsgrad unter 2,5 bewerten ihr Finanzierungsumfeld deutlich entspannter. Die
Kapitalstruktur entscheidet über Handlungsfähigkeit.
Bezug im Cockpit: Verschuldungsgrad · Sensitivität · Eigenkapitalszenario
NetzentgelteBundesnetzagentur · Verfahren AgNes
Reform der Netzentgeltsystematik in der Konsultation
Die bestehende Systematik verteilt Kosten überwiegend nach verbrauchten Kilowattstunden. In einem
System mit Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur passt das nicht mehr: Ein Haushalt mit
eigener Erzeugung bezieht wenig, braucht den Anschluss aber in voller Stärke. Diskutiert wird unter
anderem eine stärkere Beteiligung über den Grundpreis. Der Abschluss ist für Ende 2026 vorgesehen.
Was das bedeuten könnte: Ein laufendes Verfahren, kein geltendes Recht. Für die
Tarifgestaltung und die Netzkostenkalkulation ist die Richtung dennoch früh relevant.
Bezug im Cockpit: Einspeiseanteil · Finanzszenario
Gasnetz im Umbruch Das Thema mit der höchsten Nachrichtendichte
VersorgungssicherheitBundesnetzagentur · Speicherfüllstände, Stand Mitte September 2026
Gasspeicher bei rund 56 Prozent — die Vorgabe von 80 Prozent zum 1. November gilt als nicht erreichbar
Der Füllstand der deutschen Gasspeicher lag Mitte September bei knapp 56 Prozent. Der Präsident der
Bundesnetzagentur hat öffentlich erklärt, dass das gesetzliche Füllstandsziel von 80 Prozent zum
1. November nicht mehr erreicht werde. Hintergrund ist eine geringere Einspeicherung über den Sommer:
Die Preisdifferenz zwischen Sommer- und Winterkontrakten, die das Einspeichern wirtschaftlich macht,
war über weite Strecken zu klein. Die Gasspeicherumlage, über die die Befüllung bislang
mitfinanziert wurde, ist zum 1. Januar 2026 entfallen.
Ein niedriger Speicherstand ist keine
Versorgungslücke — er ist ein verringerter Puffer. Die Wirkung zeigt sich zuerst im Preis, erst
bei einem langen Kälteereignis in der Menge.
Was das bedeuten könnte: Für einen Verteilnetzbetreiber ändert sich am Betrieb
zunächst nichts — die Belieferung ist Sache der Lieferanten, die Speicher liegen nicht im eigenen Netz.
Relevant ist es auf zwei anderen Wegen: in der Beschaffung, weil ein dünnerer Puffer
Winterpreise volatiler macht und die Absicherungsstrategie stärker wiegt, und in der
Notfallvorsorge, weil die Abschaltreihenfolge und die Erreichbarkeit im Krisenfall in genau
diesem Szenario geprüft würden. Beides ist vorbereitbar, ohne dass eine Mangellage eintritt.
Bezug im Cockpit: Netz & Transformation · Vorsorge und Krise · Risikoregister
NetzentgelteAuswertung veröffentlichter Netzentgelte zum Jahreswechsel
Gasnetzentgelte laufen auseinander: von deutlicher Senkung bis zu mehr als 70 Prozent Erhöhung
Zwischen den Netzgebieten liegen Welten. Dieselbe Regulierung, dieselbe Periode — und dennoch
Veränderungen, die von einer spürbaren Senkung bis zu einer Erhöhung um mehr als siebzig Prozent
reichen. Die Ursache ist strukturell: Sinkt die abgesetzte Menge, verteilen sich die weitgehend fixen
Netzkosten auf weniger Kilowattstunden. Wer zusätzlich die Abschreibungsdauern verkürzt, um das Netz
vor dem Ende seiner Nutzung abgeschrieben zu haben, erhöht die Kosten der laufenden Jahre zusätzlich.
Dieselbe Regulierung, dieselbe Periode — der Unterschied entsteht aus
Mengenentwicklung, Abschreibungsverfahren und Netzstruktur. Die Spannweite ist das Ergebnis
unterschiedlicher Entscheidungen, nicht unterschiedlicher Vorschriften. Genau deshalb ist sie eine
Führungsfrage.
Was das bedeuten könnte: Hier entsteht das, was in der Branche als Spirale
beschrieben wird: Höhere Entgelte beschleunigen den Abgang von Kunden, der Abgang erhöht die Entgelte
der verbleibenden. Die Frage ist nicht, ob sie eintritt, sondern wann sie im eigenen Gebiet messbar
wird. Die dafür nötige Kennzahl ist im Cockpit bereits angelegt: der Gasabsatz je Anschluss im
Zeitverlauf, nicht der Absatz allein.
Bezug im Cockpit: Spartensicht Gas · Gasfortschreibung · Preise und Erlösobergrenze
RegulierungBundesnetzagentur · Festlegungen KANU 2.0 und laufendes Verfahren BRÜCKEN
Abschreibung von Gasnetzen: Wahlrecht genutzt, Folgefrage noch offen
Mit dem Verfahren KANU 2.0 wurde den Gasnetzbetreibern ermöglicht, die Nutzungsdauern ihrer
Anlagen zu verkürzen und damit einen größeren Teil der Kosten in die Jahre zu ziehen, in denen noch
Kunden angeschlossen sind. Die weit überwiegende Mehrheit der Netzbetreiber hat davon Gebrauch gemacht.
Politisch ist das umstritten, weil die Mehrbelastung die heutigen Kunden trifft. Im anschließenden
Verfahren unter dem Kürzel BRÜCKEN wird geklärt, wie mit den Kosten einer späteren Stilllegung
und dem Rückbau umzugehen ist — also mit dem Teil, den eine verkürzte Abschreibung gerade nicht löst.
Was das bedeuten könnte: Das ist keine buchhalterische Feinheit, sondern die
Frage, wer die Kosten des Gasnetzausstiegs trägt und wann. Für die eigene Planung sind zwei
Dinge zu klären: ob das Wahlrecht genutzt wurde und mit welcher Wirkung auf die Entgelte, und ob für
Rückbau und Stilllegung überhaupt eine Rückstellung angelegt ist. Die zweite Frage wird erfahrungsgemäß
später gestellt als die erste.
Bezug im Cockpit: Gasfortschreibung · Risikoregister · Finanzszenario
Eigenes Umfeld Aus öffentlich verfügbaren Quellen
Unternehmenöffentliche Unternehmensdarstellung
Auszeichnung als TOP-Lokalversorger 2026 für Strom, Gas und Wasser
Die Auszeichnung wurde erneut für alle drei Sparten vergeben. Das Selbstverständnis lautet, sich vom
Gasversorger zum Energiedienstleister entwickelt zu haben — das Unternehmen besteht seit 150 Jahren.
Neben den vier Versorgungssparten werden Straßenbeleuchtung und Abwassernetz betreut sowie Glasfaser
ausgebaut.
Was das bedeuten könnte: Die Auszeichnung ist ein Argument für Kundenbindung in
einem Markt mit steigender Wechselaktivität. Der Umfang der Aufgaben über die Energiesparten hinaus
bindet Kapazität, die in Transformationsvorhaben fehlt.
Bezug im Cockpit: Kündigungsquote · Personal und Umsetzungskapazität
Beteiligungenöffentliche Unternehmensdarstellung
Erzeugung, Messwesen und Bürgerenergie über Beteiligungen organisiert
Regenerative Erzeugung läuft über ein Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Stadtwerke mit einem
Energiekonzern; das Messwesen über ein kommunales Partnernetzwerk, das den Smart-Meter-Rollout
bündelt. Hinzu kommt eine Bürger-Solar-Genossenschaft mit einer regionalen Bank und rund
60 Privatpersonen.
Was das bedeuten könnte: Alle drei lösen dasselbe Problem — Aufgaben, die ein
Haus dieser Größe nicht allein stemmt. Die Ergebnisbeiträge fließen ins Jahresergebnis ein und wären
eine Steuerungsgröße, die im Modell dieses Cockpits bewusst fehlt.
Bezug im Cockpit: Ergebnisbrücke · bewusste Auslassungen
Zur Herkunft dieser Übersicht
Die Meldungen sind kuratiert und beruhen auf öffentlich
zugänglichen Quellen — Veröffentlichungen der Regulierungsbehörde, Gesetzestexte, eine Branchenstudie
und die Unternehmensdarstellung. Es handelt sich um einen Redaktionsstand, nicht um einen
automatisierten Nachrichtenabruf: Eine eigenständige HTML-Anwendung ruft keine externen Quellen ab,
und das wäre hier auch nicht erwünscht.
In einer realen Umsetzung ließe sich ein solches Briefing über einen
Nachrichtendienst, die Newsletter der Branchenverbände oder die Veröffentlichungsdienste der
Regulierungsbehörde speisen. Die eigentliche Arbeit liegt dabei nicht im Abruf, sondern in der Auswahl:
Welche Meldung berührt eine Entscheidung dieses Hauses? Genau diese Einordnung steht bei jeder Meldung
unter Was das bedeuten könnte — und sie ist der Teil, den keine Automatik liefert.
Zu den Grafiken: Die Abbildungen in diesem Briefing sind eigene
Darstellungen der jeweils genannten Größen, gezeichnet aus den im Text benannten Werten. Es werden
bewusst keine Pressefotos oder fremden Abbildungen eingebunden — zum einen aus urheberrechtlichen
Gründen, zum anderen, weil ein Foto in einem Steuerungsbericht nichts erklärt. Eine Grafik, die die Zahl
zeigt, um die es geht, leistet das.
Strategischer Rahmen · Modellannahme für diesen Prototyp
Verlässliche Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme für Werl —
wirtschaftlich tragfähig, auch während der Umstellung des Energiesystems.
Ein kommunales Versorgungsunternehmen arbeitet nicht auf Gewinnmaximierung hin,
sondern auf Versorgungssicherheit bei tragfähiger Wirtschaftlichkeit. Beides gleichzeitig zu halten,
während Netze umgebaut werden, ist der eigentliche strategische Auftrag.
Vision · wohin
Werl wird bis 2035 aus überwiegend regionaler, erneuerbarer Erzeugung
versorgt — ohne dass Versorgungssicherheit oder Bezahlbarkeit dafür eingetauscht werden.
Ein Zielbild, kein Plan. Es beantwortet die Frage, woraufhin entschieden wird,
wenn zwei Vorhaben um dieselbe Kapazität konkurrieren.
Mission · wofür, heute
Wir betreiben die Netze und die Versorgung für Werl als kommunale
Daseinsvorsorge: verlässlich im Alltag, finanziert aus eigener Kraft, im Eigentum der Stadt.
Die Mission begründet, warum es das Unternehmen gibt. Sie ändert sich nicht
mit der Marktlage — im Unterschied zur Agenda darunter.
Agenda 2030 · woran messbar
Fünf Festlegungen, an denen der Weg dorthin überprüfbar wird:
Wärmeplanung bis 30.06.2028 beschlossen — gesetzliche Frist
Messsystem-Rollout im gesetzlichen Pfad, ohne Bußgeldrisiko
Eigenkapitalquote über der Modellmarke von 25 % gehalten
SAIDI zurück in Richtung Bundeswert
Anschlussprozess digitalisiert, Bearbeitungsdauer unter 20 Tage
Hinweis zur Einordnung: Vision, Mission und Agenda sind hier als
Modellannahme formuliert, um zu zeigen, wie die Kennzahlen an einen strategischen Rahmen
angebunden werden. Der tatsächliche strategische Rahmen wird von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und
Gesellschafterin beschlossen. Der Punkt der Darstellung ist die Anbindung: Jede der fünf Festlegungen
der Agenda hat unten in der Roadmap ein Vorhaben und im Cockpit eine Kennzahl.
Vier strategische Prioritäten Jede mit den Kennzahlen, an denen sie messbar wird
Die Statusangabe je Priorität wird aus den zugeordneten Kennzahlen abgeleitet: Es
gilt jeweils der ungünstigste Status der Gruppe. Sie ändert sich mit dem gewählten Zeitraum auf der
Managementübersicht. Die Prioritäten selbst sind eine Modellannahme — eine reale strategische
Agenda würde von Geschäftsführung und Gesellschafterin beschlossen.
Roadmap der Transformationsvorhaben Meilensteinleiste 2026 bis 2030
Vorhaben
20262027202820292030
laufendgeplantterminlich gefährdetgesetzliche FristBalkenlänge zeigt den modellierten Zeitraum. Rauten markieren Meilensteine mit fester Frist.
Die beiden Vorhaben mit gesetzlicher Frist
Zwei Punkte der Roadmap sind nicht verhandelbar. Die kommunale Wärmeplanung muss für Kommunen
unter 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2028 vorliegen — daraus folgt, wo künftig Wärmenetze entstehen
und wo nicht. Der Rollout intelligenter Messsysteme ist im Messstellenbetriebsgesetz verankert
und bußgeldbewehrt.
Alle übrigen Vorhaben lassen sich zeitlich strecken. Das ist die relevante
Information für eine Priorisierungsentscheidung: Wo Kapazität knapp wird, kann nur bei den
nicht fristgebundenen Vorhaben geschoben werden.
Was die Strategie mit den Kennzahlen verbindet Von der Priorität zur Entscheidung
Strategische Priorität
Beitrag der Vorhaben
Woran der Fortschritt sichtbar wird
Offene Entscheidung
Versorgungssicherheit
Netzmodernisierung, Ortsnetzverstärkung
SAIDI, Auslastung der Ortsnetzstationen
Flächige Erneuerung oder Konzentration auf die vier kritischen Stationen?
Energiewende im Netz
Anschlussprozess, Steuerung nach § 14a EnWG, Messsysteme
Netzverstärkung oder Laststeuerung — was ist je Gebiet günstiger?
Wärmewende
Kommunale Wärmeplanung, Wärmenetzprojekte
Wärmeabsatz, Gasabsatz, Spartenergebnis Gas
Welche Rolle übernehmen die Stadtwerke in der Wärmeplanung?
Wirtschaftliche Tragfähigkeit
Alle Vorhaben binden Investitionsmittel
EBIT-Marge, Investitionsquote, Verschuldungsgrad
Wie wird der Teil finanziert, der über Fremdkapital nicht mehr darstellbar ist?
Warum diese Seite getrennt von der Managementübersicht steht
Strategie und Monatssteuerung haben unterschiedliche Takte. Die Managementübersicht beantwortet, wo
diesen Monat einzugreifen ist. Diese Seite beantwortet, worauf die nächsten Jahre hinauslaufen sollen.
Beides zu mischen führt dazu, dass Langfristiges im Monatsrauschen untergeht.
Die Verbindung läuft über die Kennzahlen: Jede strategische Priorität ist an
Größen geknüpft, die im Cockpit ohnehin geführt werden. Eine Strategie ohne diese Verknüpfung bleibt
eine Absichtserklärung.
Zeitraum wirkt auf Lagebild, Kernkennzahlen und Kennzahlentabelle
Zeitraum
Ist Januar bis September, Prognose Oktober bis Dezember — der
Jahreswert kombiniert beides.
i
Der Zeitraumfilter wirkt auf das Lagebild, die Kernkennzahlen dieser Seite und die Kennzahlentabelle
unter „Kennzahlen & Methodik“. Detaildiagramme und Monatstabellen der Fachbereiche zeigen bewusst
immer das vollständige Modelljahr.
Management-Signale Die drei Bewegungen hinter dem Gesamtbild
SpartenPrüfbedarf
Gasabsatz
89,1Index−10,9 %gegen Ausgangsjahr = 100
Gas verliert Menge, Wärme wächst von sehr kleiner Basis. Die Sparte gehört eigenständig beobachtet, nicht im aggregierten Umsatz.
Zeitbezug
Modelljahr gegen Ausgangsjahr · Fortschreibung bis zum Zieljahr
Mögliche Konsequenz
Ein heute tragender Deckungsbeitragsanteil steht langfristig zur Disposition. In der Fortschreibung rund 0,3 Mio. € jährlich.
Nettoinvestitionen, Ausschüttung und Tilgung übersteigen den Cashflow. Die Lücke entspricht genau der Darlehensaufnahme im Finanzszenario.
Zeitbezug
Modelljahr, kumuliert über zwölf Monate
Mögliche Konsequenz
Die Aufnahme hebt die Netto-Finanzverbindlichkeiten auf 14,86 Mio. € und den Verschuldungsgrad auf 2,61 — über der Orientierung von 2,5.
Bereich
Finanzbereich mit Geschäftsleitung
EnergiewendeBeobachtung
Einspeisespitze
31,4%Faktor 6,5Juni-Spitze gegen Dezember 4,8 %
Der Jahresmittelwert von 18,5 % führt in die Irre. Ausgelegt wird auf die Spitze — das ist der eigentliche Investitionstreiber.
Zeitbezug
Monatswerte des Modelljahres · Spitze im Juni
Mögliche Konsequenz
Auslegung nach dem Mittelwert unterschätzt den Netzausbaubedarf. Die Spitze liegt beim 6,5-fachen des Dezemberwerts.
Bereich
Netzbereich
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist. Jahreswerte sind entsprechend eine Kombination aus beidem.
Kernkennzahlen Gesamtjahr · drei führende, sechs nachgeordnete · anklicken für den Steckbrief
HandlungsbedarfPrüfbedarfim Zielohne ZielwertDie Linie der führenden Karten zeigt den Jahreswert im Verlauf: für jeden Monat
die Kennzahl gerechnet von Januar bis dorthin — der letzte Punkt ist deshalb der ausgewiesene
Jahreswert. Durchgezogen bis September (Ist), gestrichelt ab Oktober (Prognose), der waagerechte
Strich ist die Referenz. Welche drei Kennzahlen oben stehen, richtet sich nach dem
Aufmerksamkeitsbedarf und ändert sich mit dem Zeitraum. ⓘ öffnet die Kurzdefinition.
Managementaufmerksamkeit Priorisierte Themen aus der Kennzahlenlage · Zeile öffnet das vollständige Handlungsfeld
Jede Zeile führt in das vollständige Handlungsfeld mit Beobachtung, Hypothese,
möglicher Auswirkung, Prüfschritt und möglicher Entscheidung. Methodik, Referenzherleitung und
Auswahlbegründung unter Kennzahlen & Methodik.
Handlungsfelder Nach Priorität sortiert · Zeile anklicken für Beobachtung, Hypothese, Prüfschritt und mögliche Entscheidung
Hinweis zur Datenbasis
Die folgenden Karten leiten aus synthetischen Daten keine Unternehmensentscheidungen ab. Sie zeigen, wie aus einer Kennzahlenabweichung eine strukturierte Entscheidungsvorlage entstehen kann. Die Trennung zwischen Beobachtung, Interpretation und Entscheidung ist dabei der eigentliche Punkt.
Prinzip Eine Ampel ohne Prüfschritt erzeugt Aufmerksamkeit, aber keine Entscheidung. Umgekehrt gilt: Aus einer modellierten Zahl folgt noch keine Entscheidung, sondern zunächst eine Hypothese und ein Prüfauftrag. Kennzahlen im Zielkorridor erscheinen in dieser Ansicht bewusst nicht.
Alle Beträge in Mio. Euro. Variable Kosten sind die mit der Absatzmenge
schwankenden Kosten, im Wesentlichen die Energie- und Wasserbeschaffung. Der Deckungsbeitrag ist
das, was nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt — er ist ausdrücklich
nicht das Ergebnis. Zurechenbare Fixkosten sind einer Sparte direkt zuordenbar, etwa
Netzbetrieb und Instandhaltung.
Vom Umsatz zum EBIT Die Stufen der Rechnung
Stufe
Betrag
in % vom Umsatz
Was hier abgeht
Umsatz
44,80
100,0 %
Erlöse aller vier Sparten
− variable Kosten
−38,81
86,6 %
Energie- und Wasserbeschaffung, mengenabhängig
= Deckungsbeitrag
5,99
13,4 %
Beitrag zur Deckung der Fixkosten
− zurechenbare Fixkosten
−2,19
4,9 %
Netzbetrieb, Instandhaltung, spartenbezogenes Personal
Gas trägt 31 Prozent des Umsatzes, aber nur 26 Prozent des Deckungsbeitrags und 25 Prozent des
Spartenergebnisses. Wasser dagegen liefert bei 10 Prozent Umsatzanteil 17 Prozent des Spartenergebnisses —
die höchste Deckungsbeitragsmarge im Modell.
Die für die Gasfrage entscheidende Zahl: Das Gasgeschäft trägt
0,95 Mio. Euro zum Ergebnis bei. Fällt es weg, fehlen nicht nur diese 0,95 Mio., sondern die zurechenbaren
Fixkosten von 0,58 Mio. laufen zunächst weiter — Netze und Personal verschwinden nicht mit der Menge.
Ein Rückgang schlägt deshalb schneller durch als der reine Deckungsbeitrag vermuten lässt.
Gas trägt 31 Prozent des Umsatzes, aber 26 Prozent des Deckungsbeitrags
Gas trägt im Modell 31 Prozent des Umsatzes, aber 26 Prozent des Deckungsbeitrags.
Gas verliert im Modell Menge, Wärme wächst von kleiner Basis
Indexiert auf das Ausgangsjahr = 100, damit die Sparten vergleichbar werden.
Illustrative Fortschreibung des Gasabsatzes Zwei Annahmepfade, keine Prognose
Wirkungsrichtung eines anhaltenden Absatzrückgangs
Beide Pfade verlaufen bewusst wellenförmig, nicht mit konstanter Rate: Ein Heizungstausch folgt Zyklen aus Förderprogrammen und Anlagenalter. Im Durchschnitt liegen sie bei −2,8 beziehungsweise −6,0 Prozent jährlich. Setzungen zur Veranschaulichung, keine Marktprognose.
Was der Vergleich zeigt
Bei Pfad A sinkt der modellierte Gasabsatz bis zum Zieljahr auf rund 116 Mio. kWh, bei Pfad B auf etwa 86 Mio. kWh. Der rechnerische Deckungsbeitrag aus Gas ginge damit von 1,53 Mio. € auf 1,18 beziehungsweise 0,88 Mio. € zurück. Im zweiten Pfad entspricht die Differenz rund 22 Prozent des modellierten EBIT.
Die Aussage lautet nicht, dass dieser Rückgang eintritt oder kompensiert werden muss. Sie lautet: Eine Sparte dieser Größenordnung sollte man nicht im aggregierten Umsatz mitlaufen lassen, sondern eigenständig beobachten und ihre langfristige Rolle bewusst bewerten.
Illustratives Finanzszenario Vereinfachte Modellrechnung, keine integrierte Finanzplanung
Reichweite des Modells
Das Modell berücksichtigt nur ausgewählte Größen und dient ausschließlich der Veranschaulichung von Wirkungsrichtungen. Eine reale Planung müsste Erfolgsrechnung, Bilanz, Liquidität, Working Capital, Steuern, Zinsen, Investitionen und Finanzierung integriert betrachten. Die folgenden Werte sind daher als Richtungsaussage zu lesen, nicht als Planzahlen.
Nicht zahlungswirksamer Aufwand, wird zurückgerechnet
± Veränderung Working Capital
−0,35
Gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen binden Liquidität. Angenommen
+ Veränderung Rückstellungen
+0,12
Nicht zahlungswirksame Zuführung. Angenommen
= Operativer Cashflow
4,47
Der Betrag, der aus dem laufenden Geschäft tatsächlich zufließt
− Investitionen
−5,10
Netzmaßnahmen, Messwesen, Ladeinfrastruktur
+ Baukosten- und Investitionszuschüsse
+0,90
Zahlungen von Anschlussnehmern und Fördermittel. Schwanken mit der Anschlusstätigkeit
= Free Cashflow
0,27
Was nach Investitionen frei verfügbar bleibt
− Ausschüttung an die Gesellschafterin
−1,43
75 % des Jahresüberschusses
− Tilgung bestehender Darlehen
−0,85
Angenommen
+ Aufnahme neuer Darlehen
+2,01
Die Ausgleichsgröße: So viel Fremdkapital wäre nötig, damit die Rechnung aufgeht
= Veränderung des Liquiditätsbestands
0,00
Ausgeglichen — genau durch die Kreditaufnahme
Der eigentliche Befund dieser Rechnung
Nicht der ausgeglichene Liquiditätssaldo ist die Aussage, sondern wie er zustande kommt: über
2,0 Mio. Euro neue Darlehen. Das Geschäft finanziert seine Investitionen im Modell nicht aus eigener Kraft.
Und hier trifft die Rechnung auf eine Grenze: Bei einem EBITDA von 5,70 Mio.
Euro und der branchenüblichen Orientierung, den Verschuldungsgrad unter 2,5 zu halten, läge die
Obergrenze der Netto-Finanzverbindlichkeiten bei 14,25 Mio. Euro. Der Ist-Wert beträgt
13,70 Mio. — es bleiben also nur 0,55 Mio. Euro Spielraum.
Mit 2,01 Mio. Aufnahme abzüglich 0,85 Mio. Tilgung steigen die
Netto-Finanzverbindlichkeiten auf 14,86 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad läge damit bei 2,61 —
über der Orientierungsgröße. Das ist die eigentliche Managementfrage: Nicht ob investiert wird,
sondern woher der Teil kommt, der nicht mehr über Fremdkapital darstellbar ist.
Was bei steigendem Investitionsniveau passiert Sensitivität
Szenario
Investitionen
Saldo ohne Zuschüsse
Saldo mit Zuschüssen
Einordnung
Heutiges Niveau
5,10 Mio. €
−0,83 Mio. €
+0,07 Mio. €
nahezu ausgeglichen
Investitionen +25 %
6,38 Mio. €
−2,11 Mio. €
−1,21 Mio. €
Lücke wäre extern zu decken
Investitionen +50 %
7,65 Mio. €
−3,38 Mio. €
−2,48 Mio. €
deutlicher Finanzierungsbedarf
Warum gerade diese Stufen
Nach der Stadtwerkestudie 2026 von BDEW und EY erwarten 89 Prozent der befragten Stadtwerke, dass ihr künftiges Investitionsvolumen mindestens 25 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt; ein Viertel rechnet mit mehr als 200 Prozent. 92 Prozent sehen sich nur eingeschränkt oder gar nicht in der Lage, das aus eigenen Mitteln zu stemmen.
Die Modellrechnung zeigt denselben Mechanismus: Beim heutigen Niveau trägt sich die Finanzierung knapp, bereits bei einem Viertel mehr entsteht eine Lücke im Millionenbereich. Zwei Größen entscheiden darüber, wie schnell das eintritt — die Ausschüttungsquote und die Höhe der Zuschüsse. Die Zuschüsse sind nur bedingt steuerbar, weil sie von der Anschlusstätigkeit abhängen.
Der Punkt dieser Aufstellung ist ein struktureller: Nicht die Investition allein, sondern das Zusammenspiel aus Investitionsniveau und Ausschüttung bestimmt, ob ein Unternehmen seine Eigenkapitalbasis halten kann. Welche Werte dabei real vorliegen, lässt sich aus dem Modell nicht ableiten.
Datenstand und Prognose Woher welcher Wert kommt
Zeitraum
Datenart
Umsatz
Grundlage
Januar bis September
Ist
31,40
Abgeschlossene Monate, im Modell als erfasste Werte behandelt
Oktober bis Dezember
Prognose
13,40
Fortgeschrieben aus dem saisonalen Verlauf der Vorperioden
Gesamtjahr
Ist + Forecast
44,80
Kombination beider Teile
Warum ein Dashboard diese Trennung braucht
Ein Managementbericht im laufenden Jahr mischt zwangsläufig zwei Datenarten. Wer das nicht kennzeichnet,
erzeugt Scheingenauigkeit: Ein Jahreswert wirkt wie ein Ergebnis, obwohl ein Viertel davon eine Annahme ist.
Deshalb trägt jede Kennzahl auf der Managementübersicht ein Etikett — Ist,
Prognose oder Ist + Forecast — das sich mit dem gewählten Zeitraum ändert. Der Zeitraum
„Ist bis September" zeigt ausschließlich belastbare Monate. Prognosemonate sind in Tabellen mit einem
P markiert und in den Monatsbalken schraffiert dargestellt.
Was sich für Forecasts eignet und was nicht: Umsatz, Kosten und
Absatzmengen lassen sich saisonal fortschreiben. Störungsereignisse und Projektmeilensteine dagegen
nicht — sie treten unregelmäßig auf. Im Modell sind alle Reihen gleich behandelt, in der Praxis wäre
das je Kennzahl zu entscheiden.
Vom Betriebsergebnis zum Jahresüberschuss Ergebnisbrücke, vereinfacht
Position
Modelljahr
Erläuterung
EBIT
2,90 Mio. €
Betriebsergebnis aus der Monatsrechnung
− Zinsaufwand
−0,55 Mio. €
Annahme bei angenommenen Finanzverbindlichkeiten von 13,7 Mio. €
+ Beteiligungsergebnis
+0,25 Mio. €
Ergebnisbeiträge aus Erzeugungs- und Dienstleistungsbeteiligungen. Annahme — im Cockpit bewusst nicht als eigene Kennzahl geführt
= Ergebnis vor Steuern
2,60 Mio. €
− Steuern
−0,70 Mio. €
Annahme, rund 27 % — Körperschaft- und Gewerbesteuer ohne Berücksichtigung steuerlicher Besonderheiten kommunaler Unternehmen
= Jahresüberschuss
1,90 Mio. €
Dieser Wert ist die Grundlage für Ausschüttung und Thesaurierung im Szenario weiter unten
Die Brücke schließt die Lücke zwischen dem Betriebsergebnis und der Größe, mit der das Eigenkapitalszenario rechnet. Zinsen, Steuern und Beteiligungsergebnis sind angenommen. Der steuerliche Querverbund — die Verrechnung von Gewinnen der Versorgungssparten mit Verlusten etwa aus dem Bäderbetrieb — ist hier nicht abgebildet, wäre bei einem kommunalen Unternehmen aber ein relevanter Faktor.
Beteiligungen Ergebnisbeiträge außerhalb des eigenen Betriebs
Beteiligungszweck
Anteil
Ergebnisbeitrag
Warum in dieser Form
Regenerative Erzeugung
Minderheit
0,14 Mio. €
Ein einzelnes Haus dieser Größe kann keinen Windpark entwickeln. Über eine Bündelgesellschaft beteiligt man sich anteilig an vielen Projekten — das streut das Risiko und verschafft Zugang zu Kompetenz, die man nicht selbst aufbauen muss
Messwesen und Messstellenbetrieb
Minderheit
0,08 Mio. €
Der gesetzlich vorgeschriebene Rollout intelligenter Messsysteme erfordert Systeme, zertifizierte Prozesse und Personal. Mehrere Stadtwerke teilen sich diese Infrastruktur
Bürgerenergie
Minderheit
0,03 Mio. €
Kapital von Bürgern, höhere Akzeptanz vor Ort und eine Bindung, die über den Liefervertrag hinausgeht. Der Ergebnisbeitrag ist klein, der Zweck ein anderer
Summe
—
0,25 Mio. €
Entspricht der Position in der Ergebnisbrücke oberhalb — rund 13 % des Jahresüberschusses
Warum das im Cockpit trotzdem keine eigene Kennzahl ist
Der Ergebnisbeitrag ist mit 0,25 Mio. € relevant, aber er wird nicht monatlich gesteuert — Beteiligungen
werden über Gesellschafterversammlungen begleitet, nicht über ein Steuerungscockpit. Deshalb steht er als
Position in der Ergebnisbrücke und hier als Aufriss, nicht als zehnte Kennzahl.
Zwei Fragen wären in einer realen Umsetzung dennoch zu klären: Erstens, ob die
Beteiligungen über die Jahre das erwirtschaftet haben, was bei Eingehen unterstellt wurde — das ist eine
Frage an die Beteiligungsberichterstattung, nicht an ein Monatsreporting. Zweitens, ob eine Ausschüttung
der Beteiligungen liquiditätswirksam zufließt oder thesauriert wird; im Modell ist das nicht
unterschieden.
Alle Werte sind angenommen. Zweck und Struktur sind einem kommunalen
Versorger nachempfunden, die Beträge frei gesetzt.
Verschuldung und Schuldendienstfähigkeit Kaufmännische Kontrollgrößen
Kennzahl
Modelljahr
Orientierung
Bedeutung
EBITDA
5,70 Mio. €
—
EBIT zuzüglich Abschreibungen. Näherung für die operative Ertragskraft
Netto-Finanzverbindlichkeiten geteilt durch EBITDA. Zeigt, wie viele Jahre operativer Ertragskraft nötig wären, um die Verschuldung zu tilgen
Zinsdeckungsgrad
5,3
> 3
EBIT geteilt durch Zinsaufwand. Zeigt, wie oft das Betriebsergebnis die Zinslast deckt
Eigenkapitalquote
27,0 %
≥ 25 %
Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme
Warum der Verschuldungsgrad hier steht
Die Stadtwerkestudie 2026 von BDEW und EY zeigt, dass Stadtwerke mit einem Verschuldungsgrad unter 2,5 ihr Finanzierungsumfeld deutlich entspannter bewerten als solche darüber. Bei höher verschuldeten Häusern werden die externen Finanzierungsbedingungen und die eigene Innenfinanzierungsfähigkeit zu limitierenden Faktoren.
Im Modell liegt der Wert mit 2,4 knapp unterhalb dieser Schwelle. Das ist der eigentliche Grund, warum die Eigenkapitalquote in diesem Cockpit als Bilanzindikator mit Beobachtungsstatus geführt wird: Nicht das Niveau von 27 Prozent ist das Thema, sondern die Frage, wie lange der Abstand zur Grenze hält, wenn das Investitionsniveau steigt. Der Verschuldungsgrad ist bewusst keine der neun Cockpit-Kennzahlen, sondern eine Kontrollgröße der Finanzsicht.
Woran sich die Eigenkapitalquote messen lässt Einordnung der 25-Prozent-Marke
Wichtig: Es gibt keinen regulatorischen Schwellenwert für die Eigenkapitalquote
Die im Modell verwendete Marke von 25 Prozent ist eine frei gesetzte Annahme. Weder das
Energiewirtschaftsrecht noch das Handelsrecht kennen eine Mindesteigenkapitalquote für Versorger. Wer
eine solche Zahl als Grenzwert präsentiert, suggeriert eine Verbindlichkeit, die nicht besteht.
Die besser begründete Orientierung ist der Verschuldungsgrad. Die
Stadtwerkestudie 2026 von BDEW und EY zeigt einen messbaren Unterschied in der Handlungsfähigkeit
zwischen Unternehmen unter und über einem Wert von 2,5: Oberhalb werden externe Finanzierungsbedingungen
und die eigene Innenfinanzierungsfähigkeit zu limitierenden Faktoren.
Im Modell liegt der Verschuldungsgrad bei 2,4 und damit knapp darunter. Die
Kapitalflussrechnung oberhalb zeigt jedoch, dass er mit der modellierten Kreditaufnahme auf 2,61 steigen
würde. Das ist die belastbarere Aussage als jede Eigenkapitalquote — und sie ist hergeleitet,
nicht gesetzt.
Bezugsgröße
Modellwert
Orientierung
Herkunft der Orientierung
Eigenkapitalquote
27,0 %
≥ 25,0 %
frei gesetzt Keine regulatorische oder handelsrechtliche Grundlage
Verschuldungsgrad
2,4
< 2,5
empirisch Branchenstudie mit 100 befragten Stadtwerken
Zinsdeckungsgrad
5,3
> 3
Konvention Übliche Kreditgeberanforderung, kein Rechtsstandard
Wie sich die Eigenkapitalquote verändern lässt Mögliche Kapitalmaßnahmen
Maßnahme
Wirkt auf
Wer entscheidet
Was dabei zu beachten ist
Thesaurierung statt Ausschüttung
Eigenkapital steigt
Gesellschafterversammlung
Die unmittelbarste Stellschraube. Steht aber im Zielkonflikt mit dem städtischen Haushalt, der mit der Ausschüttung plant
Kapitalzuführung durch die Gesellschafterin
Eigenkapital steigt
Rat der Stadt, Gesellschafterversammlung
Setzt Haushaltsmittel voraus. Bei 74,9 Prozent Anteil müsste geklärt werden, ob der Minderheitsgesellschafter anteilig mitzieht
Zuführung zur Kapitalrücklage
Eigenkapital steigt
Gesellschafterversammlung
Formal einfacher als eine Stammkapitalerhöhung, wirkt bilanziell gleich
Sacheinlage
Eigenkapital und Bilanzsumme steigen
Gesellschafterversammlung
Etwa Grundstücke. Bewertungsfragen und Prüfungspflichten; die Quote steigt weniger stark als der eingelegte Betrag vermuten lässt
Umwandlung eines Gesellschafterdarlehens
Eigenkapital steigt, Bilanzsumme konstant
Gesellschafterversammlung
Die wirkungsvollste Variante für die Quote, weil der Nenner unverändert bleibt. Setzt ein bestehendes Darlehen voraus
Investitionszuschüsse und Fördermittel
Bilanzsumme steigt weniger stark
operativ, Fördergeber
Kein Eigenkapital, mindert aber den Finanzierungsbedarf und damit den Anstieg des Nenners
Investitionen strecken
Bilanzsumme wächst langsamer
Geschäftsführung
Verschiebt das Problem statt es zu lösen; bei Anschlusspflichten und regulatorischen Vorgaben nur begrenzt möglich
Der Denkfehler, den man dabei vermeiden sollte
Eine Kapitalzuführung erhöht die Quote nicht automatisch um den zugeführten Betrag. Die Quote ist ein
Verhältnis: Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme. Wird das zugeführte Geld sofort investiert, steigt
auch der Nenner — die Quote verbessert sich dann deutlich weniger als erwartet.
Rechenbeispiel aus dem Modell: Bei 13,1 Mio. Euro Eigenkapital und
48,5 Mio. Euro Bilanzsumme ergeben sich 27,0 Prozent. Eine Zuführung von 2,0 Mio. Euro, die als Liquidität
liegen bleibt, ergäbe 15,1 ÷ 50,5 = 29,9 Prozent. Werden dieselben 2,0 Mio. Euro sofort investiert, steigt
die Bilanzsumme ebenfalls — das Ergebnis bleibt bei 29,9 Prozent, weil Zuführung und Investition sich im
Nenner ausgleichen. Wird darüber hinaus fremdfinanziert investiert, fällt die Quote wieder.
Wirkungsrichtung zweier Stellschrauben Modellrechnung über fünf Jahre
Anschluss an das Cockpit: Das Szenario startet nicht bei einem eigenen Wert,
sondern bei 27,0 Prozent — genau dem Dezemberwert der Eigenkapitalquote aus der Kennzahlen-Zeitreihe
der Managementübersicht. Die Zeitreihe zeigt das laufende Modelljahr (von 29,1 auf 27,0 Prozent), das
Szenario schreibt von dort aus fünf weitere Jahre fort. Beide beruhen auf derselben Modellannahme:
Jahresüberschuss 1,9 Mio. €, Abschreibungen 2,8 Mio. €, Investitionen 5,1 Mio. €. Die Regler verändern
ausschließlich die Fortschreibung, nicht die Zeitreihe.
5,1 Mio. € · Ausgangswert im Modell 5,1
75 % eines angenommenen Jahresüberschusses von 1,9 Mio. €
Modellierte Quote im Zieljahr
25,8 %
Modellierte Bilanzsumme
60,0 Mio. €
Modelliertes Eigenkapital
15,5 Mio. €
Modellannahme 25 %
nicht unterschritten
Abschreibungen 2,8 Mio. € und Jahresüberschuss 1,9 Mio. € jährlich konstant · Eigenkapital wächst ausschließlich um den thesaurierten Gewinn
Fortschreibung der Bilanzsumme
Die Bilanzsumme wird im Modell ausschließlich über Investitionen abzüglich Abschreibungen fortgeschrieben. Umlaufvermögen, Finanzierungsvorgänge, Zuschüsse, Rückstellungen und sonstige Bilanzveränderungen sind nicht berücksichtigt. Ebenso bleiben Zinsaufwand aus zusätzlicher Fremdfinanzierung und dessen Rückwirkung auf den Jahresüberschuss außen vor — in der Realität würde ein steigender Fremdkapitalanteil das Ergebnis belasten und die Entwicklung verstärken.
Verhältnis zur Kennzahlenübersicht Die monatliche Eigenkapitalquote in der Kennzahlensicht ist eine eigenständige synthetische Zeitreihe. Dieses Szenario knüpft an deren Endwert von 27,0 Prozent an und rechnet von dort aus weiter, verwendet aber eine eigene, jahresbezogene Logik. Beide stammen nicht aus einem gemeinsamen Rechenmodell; die Verbindung ist der gemeinsame Startwert, nicht eine durchgängige Berechnung.
Was sich daran zeigen lässt Die beiden Regler greifen an unterschiedlichen Stellen derselben Quote an: Die Ausschüttungsquote wirkt auf das Eigenkapital im Zähler, die Investitionshöhe auf die Bilanzsumme im Nenner. Genau diese Unterscheidung geht in einer reinen Kennzahlenbetrachtung verloren. Die 25-Prozent-Marke ist dabei eine illustrative Setzung, keine allgemeingültige Schwelle.
Modellierte Ergebnisentwicklung im Jahresverlauf
Ergebnis folgt dem saisonalen Umsatzverlauf
Saisonalität ist im Modell angenommen, nicht gemessen.
Investitionen konzentrieren sich im Modell auf das Sommerhalbjahr
Schwerpunkt im Sommerhalbjahr als Modellannahme zur Bautätigkeit.
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist.
Monatswerte Modellierte Beispieldaten – Finanzen
Monat
Umsatz Ist
Umsatz Plan
Abw.
Kosten
EBIT
Marge
Invest.
Die Planreihe ist eine Modellsetzung: Der Jahresplan von 44,0 Mio. € wurde nach
demselben saisonalen Muster auf die Monate verteilt wie der Ist-Wert. Sie zeigt die Systematik einer
Plan-Ist-Abweichung, nicht eine reale Planung.
Netz und Transformation Konzeptionelle Datenquelle – Netz
Hinweis zur Datenbasis
Sämtliche Netzkennzahlen auf dieser Seite sind modelliert. Sie bilden keine gemessene Netzsituation ab und erlauben keine Aussage über die tatsächliche Versorgungsqualität eines konkreten Unternehmens.
Anschlussanfragen nach Anlass Modellierte Aufteilung
Photovoltaik trägt gut die Hälfte der modellierten Anfragen
Photovoltaik, Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur und sonstige Anschlussänderungen.
Offene Vorgänge wachsen im Modell schneller als die Eingänge
Die operative Ergänzung, ohne die die reine Anfragezahl wenig aussagt.
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist.
Wichtige Abgrenzung
Die Anzahl eingehender Anfragen erlaubt für sich genommen keine Aussage über tatsächliche Netzengpässe. Sie beschreibt Nachfrage nach Anschlussleistung, nicht die Aufnahmefähigkeit des Netzes. Ob ein Engpass vorliegt, ergibt sich erst aus Lastfluss- und Spannungsbandbetrachtungen je Ortsnetz. Im Modell deuten steigende Bearbeitungsdauer und wachsende offene Vorgänge eher auf einen Prozess- als auf einen Netzengpass hin.
Dezentrale Einspeisung Modellindikator mit saisonalem Verlauf
Einspeiseanteil schwankt saisonal um ein Vielfaches
Anteil der Einspeisemenge an der Netzlast im Monat. Der Verlauf ist PV-typisch saisonal modelliert.
Der Juli trägt mit 4,0 Minuten gut ein Viertel des Jahreswerts
Kundengewichtete Unterbrechungsminuten je Monat, in Anlehnung an die SAIDI-Systematik.
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist.
Drei Größen, die oft vermischt werden
Einspeisemenge — tatsächlich eingespeiste Kilowattstunden im Zeitraum.
Einspeiseanteil — Verhältnis dieser Menge zur Netzlast desselben Zeitraums. Nur diese Größe ist hier modelliert.
Installierte Leistung — Anschlussleistung der Anlagen in Kilowatt. Sie bestimmt die Netzauslegung, sagt aber nichts über die tatsächlich eingespeiste Menge.
Der Modellindikator ist zudem PV-dominiert modelliert. Weitere dezentrale Einspeiser wie Biogas, Kraft-Wärme-Kopplung oder Kleinwasserkraft sind nicht getrennt abgebildet. Die Gleichsetzung von Photovoltaik und gesamter dezentraler Einspeisung wäre fachlich unzulässig.
Anschlussanfragen: Nachfrage oder Engpass? Zwei verschiedene Fragen
Die häufigste Fehldeutung dieser Kennzahl
Die Zahl der Anschlussanfragen beschreibt Nachfrage nach Anschlussleistung — nicht die
Aufnahmefähigkeit des Netzes. Steigende Anfragen können bedeuten, dass das Netz an Grenzen kommt. Sie
können aber genauso gut bedeuten, dass viel gebaut wird und das Netz problemlos mitgeht. Aus der Anzahl
allein lässt sich beides nicht unterscheiden.
Deshalb sind hier zwei Gruppen getrennt: Größen, die die Nachfrage
beschreiben, und Größen, die auf einen tatsächlichen Engpass hindeuten. Nur Letztere lösen eine
Investitionsentscheidung aus.
Größe
Modellwert
Vorjahr
Was sie aussagt
Nachfrageindikatoren · beschreiben, was auf das Netz zukommt
Anschlussanfragen gesamt
192
141
Eingegangene Anfragen im Jahr. Im Cockpit als Frühindikator geführt
davon Photovoltaik
108
84
Größte Gruppe. Einspeisung, nicht Verbrauch
davon Wärmepumpe
45
28
Verbrauch, nach § 14a EnWG grundsätzlich steuerbar
davon Ladeinfrastruktur
27
18
Verbrauch mit hoher Gleichzeitigkeit am Abend
Beantragte Anschlussleistung
4,8 MW
3,4 MW
Aussagekräftiger als die Anzahl — 100 Balkonkraftwerke sind nicht 100 Wärmepumpen
Prozessindikatoren · beschreiben die eigene Bearbeitungskapazität
Offene Vorgänge, Höchststand im Juli
55
22
Gegenüber dem Jahresanfang mehr als verdoppelt. Hinweis auf einen Bearbeitungsengpass,
nicht auf einen Netzengpass
Offene Vorgänge zum Jahresende
29
22
Ab Oktober Forecast. Der Bestand baut sich im Modell wieder ab, bleibt aber über dem Jahresanfang
Bearbeitungsdauer, Höchststand im Juli
33 Tage
18 Tage
Jahresdurchschnitt 26 Tage. Der bessere Frühindikator als die Anfragezahl — noch nicht im Cockpit geführt
Genehmigt ohne Auflagen
171
132
89 % aller Anfragen. Das Netz nimmt sie im Modell auf
Engpassindikatoren · lösen eine Investitionsentscheidung aus
Genehmigt mit Auflagen
14
6
Anschluss nur mit Leistungsbegrenzung oder Steuerung nach § 14a EnWG
Zurückgestellt
7
3
Der eigentliche Engpassindikator: Anschluss erst nach Netzverstärkung möglich
Betroffene Ortsnetzstationen
4
2
Von 168. Die Engpässe sind räumlich konzentriert, nicht flächig
Geschätzter Verstärkungsbedarf
0,7 Mio. €
0,3 Mio. €
Um die zurückgestellten Anfragen bedienen zu können. Angenommen
Was die Zahlen zusammen sagen
Von 192 Anfragen konnten 171 ohne Auflagen angeschlossen werden — 89 Prozent. Das Netz ist im Modell
also nicht flächig überlastet. Sieben Anfragen wurden zurückgestellt, betroffen sind vier von
168 Ortsnetzstationen.
Der Engpass liegt woanders: Die offenen Vorgänge sind im Jahresverlauf
von 22 auf bis zu 55 gestiegen — Höchststand im Juli — und die Bearbeitungsdauer von 18 auf bis zu
33 Tage. Zum Jahresende baut der Bestand sich im Forecast auf 29 ab, liegt damit aber weiter über dem
Jahresanfang. Das ist ein Kapazitätsproblem in
der Bearbeitung, kein physikalisches Netzproblem — und es verlangt eine andere Antwort. Netzverstärkung
hilft hier nicht, Prozessdigitalisierung oder Personal schon.
Genau deshalb steht in den Handlungsfeldern bei den Anschlussanfragen ein
Prüfschritt zur Bearbeitungskapazität und nicht zum Netzausbau.
SAIDI — Herleitung aus Ereignisdaten So entsteht der Wert, der im Cockpit steht
Der SAIDI wird nicht geschätzt, sondern aus einzelnen Unterbrechungsereignissen
berechnet: Jedes Ereignis geht mit seiner Dauer und der Zahl der betroffenen Letztverbraucher ein.
Die Summe dieser Kundenminuten wird durch die Gesamtzahl der Letztverbraucher geteilt.
Nach § 52 EnWG sind alle ungeplanten Unterbrechungen über drei Minuten meldepflichtig.
Aufbau der Tabelle: zuerst die sechs Mittelspannungsereignisse einzeln, nach ihrem Beitrag
sortiert und nicht chronologisch — die wirksamsten zuerst. Darunter die Niederspannungsereignisse
zusammengefasst, weil dreißig Einzelzeilen nichts erklären würden. Am Ende stehen zwei Gruppen, die
nicht in den gemeldeten Wert eingehen: geplante Unterbrechungen und Ereignisse höherer Gewalt.
Sie sind trotzdem aufgeführt, weil der Kunde sie erlebt.
Monat
Ursache
Ebene
Dauer
Betroffene
Kundenminuten
SAIDI-Beitrag ▼
Mittelspannung · einzeln ausgewiesen, nach Beitrag sortiert
Juli
Gewitterlage, Kabelfehler
Mittelspannung
38 Min.
620
23.560
2,91
Januar
Kabelfehler, Erdschluss
Mittelspannung
52 Min.
310
16.120
1,99
Februar
Muffenfehler
Mittelspannung
41 Min.
240
9.840
1,21
April
Fremdeinwirkung bei Tiefbauarbeiten
Mittelspannung
33 Min.
260
8.580
1,06
November
Kabelfehler
Mittelspannung
29 Min.
250
7.250
0,90
Oktober
Schalthandlung, Fehlbedienung
Mittelspannung
22 Min.
230
5.060
0,62
Niederspannung · zusammengefasst
Juli
7 weitere Ereignisse derselben Gewitterlage, kurze Abschaltungen
Niederspannung
Ø 24 Min.
368
8.832
1,09
verteilt
17 weitere Ereignisse, überwiegend Hausanschluss und Ortsnetz
Niederspannung
Ø 48 Min.
880
42.336
5,23
Gemeldeter SAIDI
30 ungeplante Ereignisse
—
—
3.158
121.578
15,0 Min.
Geht nicht in den gemeldeten Wert ein · geplante Unterbrechungen
März
Erneuerung Trafostation, angekündigt
Mittelspannung
165 Min.
120
19.800
2,44
Mai
Kabelverlegung Neubaugebiet, angekündigt
Niederspannung
120 Min.
85
10.200
1,26
August
Umbau Ortsnetzstation, angekündigt
Mittelspannung
145 Min.
90
13.050
1,61
September
Hausanschlusserneuerungen, angekündigt
Niederspannung
Ø 85 Min.
55
4.675
0,58
Geht nicht in den gemeldeten Wert ein · höhere Gewalt
Februar
Orkantief, großflächige Schäden im Freileitungsnetz
Mittel- und Niederspannung
78 Min.
980
76.440
9,44
Was gemeldet wird und was der Kunde erlebt Die Abgrenzung nach § 52 EnWG
Abgrenzung
Kundenminuten
Minuten je Kunde
Geht in die Meldung ein?
Ungeplante Unterbrechungen ohne höhere Gewalt
121.578
15,0
ja — das ist der gemeldete SAIDI
+ geplante Unterbrechungen
47.725
5,89
getrennt zu erfassen, nicht im SAIDI
+ höhere Gewalt
76.440
9,44
zu melden, aber herausgerechnet
Gesamte Nichtverfügbarkeit aus Kundensicht
245.743
30,34
keine regulatorische Größe
Der Kunde erlebt das Doppelte des gemeldeten Werts
15,0 Minuten werden gemeldet, 30,3 Minuten war die Versorgung im Modelljahr tatsächlich unterbrochen.
Beides ist richtig — die Systematik des § 52 EnWG will bewusst nur das messen, was der Netzbetreiber
beeinflussen kann. Geplante Unterbrechungen sind angekündigt und Teil der Instandhaltung, höhere
Gewalt ist nicht steuerbar.
Für die Steuerung sind trotzdem beide Zahlen nötig. Der gemeldete Wert
beantwortet: Wie gut arbeiten wir im Vergleich zur Branche? Die Gesamtzahl beantwortet: Wie erleben
unsere Kunden die Versorgung? Wer nur den ersten Wert führt, wundert sich über Beschwerden in einem
Jahr mit gutem SAIDI. Deshalb stehen hier beide.
SAIDI nach Spannungsebene Wo die Minuten entstehen
Ebene
Ereignisse
Kundenminuten
SAIDI-Anteil
Anteil am Jahreswert
Typisches Muster
Mittelspannung
6
70.410
8,69 Min.
58 %
wenige Ereignisse, viele Betroffene je Ereignis — Kabel- und Muffenfehler, Fremdeinwirkung
Niederspannung
24
51.168
6,32 Min.
42 %
viele Ereignisse, wenige Betroffene je Ereignis — Hausanschluss und Ortsnetz
Summe
30
121.578
15,0 Min.
100 %
—
Die Bundesnetzagentur erhebt nach § 52 EnWG getrennt nach Spannungsebene, weil die
beiden Ebenen gegensätzliche Maßnahmen erfordern. Ein Fünftel der Ereignisse liegt in der
Mittelspannung und verursacht 58 Prozent der Minuten — dort wirkt Netzerneuerung. In der
Niederspannung liegt der Hebel bei der Entstörungsdauer, also bei Bereitschaft und Fehlerortung.
Die Rechnung im Klartext
121.578 Kundenminuten geteilt durch 8.100 angeschlossene Letztverbraucher ergibt 15,0 Minuten
je Kunde und Jahr. Sechs Mittelspannungsereignisse tragen 8,7 Minuten, also 58 Prozent des Jahreswerts —
obwohl sie nur ein Fünftel der Ereignisse ausmachen. Das ist der Kern der Kennzahl: Nicht die Häufigkeit
entscheidet, sondern wie viele Kunden wie lange betroffen sind.
Woher der Juli-Wert von 4,0 Minuten kommt: Der Juli enthält im Modell
acht Ereignisse. Das Mittelspannungsereignis steuert 2,91 Minuten bei, die sieben weiteren
Niederspannungsereignisse zusammen 1,09 Minuten. In Summe 4,0 Minuten — das ist der Wert, der im
Monatsverlauf und in der Kennzahlentabelle steht. Die Monatsreihe und diese Ereignistabelle sind damit
dieselbe Datenbasis, nur unterschiedlich aggregiert.
Versorgungssicherheit hat drei Zeitebenen Wo der SAIDI steht — und wo nicht
Der SAIDI misst, was passiert ist. Das ist eine von drei Ebenen. Ein Netz
kann eine makellose Unterbrechungsstatistik haben und trotzdem an der Kapazitätsgrenze laufen oder
auf ein Großereignis unvorbereitet sein. Die Leiste zeigt, welche Ebene im Cockpit mit Kennzahlen
hinterlegt ist und welche nicht — Letzteres ist keine Lücke aus Versehen, sondern eine Eigenschaft
der Sache: Vorsorge ist planbasiert, nicht kennzahlengetrieben.
Versorgungsqualität in drei Sparten Warum eine Kennzahl nicht für alle gilt
Der SAIDI im Cockpit ist der Strom-SAIDI. Das ist keine Nebensächlichkeit:
Die Bundesnetzagentur erhebt nach § 52 EnWG auch für Gas einen SAIDI unter demselben Namen,
und für Wasser gibt es gar keinen — Trinkwasser ist nicht von der Bundesnetzagentur reguliert.
Die drei Sparten lassen sich deshalb nicht zu einer Zahl verdichten.
DVGW W 1100-2 und W 392, freiwilliges Benchmarking
kein amtlicher Wert
6,45 Min.
je Hausanschluss bzw. je km Leitung
Drei Werte, die man nicht zusammenzählen darf
Jede Sparte ist nach ihrer eigenen Systematik modelliert: Strom und Gas aus Ereignisdaten nach
§ 52 EnWG, Wasser nach dem DVGW-Kennzahlensystem. Die Herleitung steht jeweils unten in dieser
Ansicht beziehungsweise im Wasserteil.
Eine spartenübergreifende Versorgungsqualitätszahl gibt es fachlich nicht,
und sie wäre auch nicht sinnvoll: Strom und Gas rechnen je Letztverbraucher, Wasser je Hausanschluss.
Ein Mittelwert aus 15,0 und 1,86 Minuten würde die Aussage beider Werte zerstören, und der
Wasserwert misst ohnehin etwas anderes. Auch die Bundesnetzagentur bildet Strom und Gas nie
zusammen ab. Deshalb stehen die drei Werte nebeneinander und nicht in einer Ampel.
SAIDI Gas — Herleitung Dieselbe Systematik, andere Größenordnung
Gasunterbrechungen sind selten, betreffen wenige Anschlüsse und dauern lange —
ein gesperrter Straßenzug ist erst wieder versorgt, wenn jede Anlage einzeln wieder in Betrieb
genommen wurde. Deshalb liegt der Gaswert bundesweit bei rund einem Achtel des Stromwerts,
obwohl die Rechenweise identisch ist. Bezugsgröße sind die 4.900 Gas-Hausanschlüsse aus den Netzstammdaten. Von den zwölf Störungsereignissen des Modelljahres führten vier zu einer Versorgungsunterbrechung — Leckagen werden häufig ohne Abschaltung behoben.
Monat
Ursache
Dauer
Betroffene
Kundenminuten
SAIDI-Beitrag
Juni
Leckage an Verteilleitung, Absperrung eines Straßenzugs
145 Min.
34
4.930
1,01
März
Fremdeinwirkung bei Tiefbauarbeiten, Hausanschlussleitung
95 Min.
18
1.710
0,35
Oktober
Reglerausfall in Übergabestation
62 Min.
26
1.612
0,33
Dezember
Fremdeinwirkung, Anbohrung
78 Min.
11
858
0,18
Summe
4 ungeplante Ereignisse
—
89
9.110
1,86 Min.
Der Modellwert liegt über dem Bundeswert — und das ist bei Gas wenig aussagekräftig
1,86 Minuten gegen einen Bundeswert von 1,55. Bei Strom wäre das ein klarer Befund, bei Gas nicht:
Die Fallzahlen sind so klein, dass ein einziges Ereignis den Jahreswert bestimmt. Das Juni-Ereignis
allein trägt 1,01 der 1,86 Minuten. Die Spannweite zwischen den Bundesländern lag 2024 zwischen
0,10 und 6,84 Minuten — bei dieser Streuung ist ein Jahresvergleich einzelner Netzbetreiber kaum
belastbar.
Genau deshalb steht der Gaswert nicht unter den neun Steuerungskennzahlen.
Er gehört in die Fachbereichssicht und wird über mehrere Jahre betrachtet, nicht im Monatsbericht.
Das ist dieselbe Überlegung wie bei der Störungsanzahl im Strombereich: nicht jede erhebbare Zahl
ist eine Steuerungsgröße.
Die drei Kennzahlen der Versorgungsqualität Strom · SAIDI allein reicht nicht
Kennzahl
Was sie misst
Modellwert
Aussage
SAIDI
Durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Letztverbraucher und Jahr
15,0 Min.
Wie lange war ein Kunde im Schnitt ohne Strom
SAIFI
Durchschnittliche Häufigkeit von Unterbrechungen je Letztverbraucher
0,39
Jeder Kunde war im Schnitt bei 0,39 Unterbrechungen betroffen — also etwa jeder dritte einmal
CAIDI
Durchschnittliche Dauer je betroffener Unterbrechung
38,5 Min.
SAIDI geteilt durch SAIFI. Wer betroffen war, saß im Schnitt gut eine halbe Stunde ohne Strom
Warum die Kombination wichtig ist
Ein hoher SAIDI bei niedrigem SAIFI bedeutet: wenige, aber lange Ausfälle — dann liegt das Problem bei
der Entstörungsdauer, etwa bei Fehlerortung oder Bereitschaftsorganisation. Ein hoher SAIDI bei hohem
SAIFI bedeutet viele Ereignisse — dann liegt es am Anlagenzustand. Beide Fälle ergeben denselben
Jahreswert, erfordern aber gegensätzliche Maßnahmen und unterschiedliche Budgets.
Im Cockpit steht bewusst nur der SAIDI, weil er die Wirkung beim Kunden misst
und regulatorisch der maßgebliche Wert ist. SAIFI und CAIDI gehören in die Fachbereichssicht — genau
hierher.
Einordnung gegen Vergleichswerte Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur
Die aussagekräftigere Referenz als ein einzelnes Jahr, weil Wetterlagen stark schwanken
Wogegen man sich sinnvoll vergleicht
Der Bundeswert ist die bekannteste Referenz, aber nicht die beste. Ein Stadtwerk mit ländlich geprägtem
Netzgebiet und hohem Freileitungsanteil ist mit einem städtischen Kabelnetz nicht vergleichbar — die
Länderwerte streuen erheblich. Sinnvoller sind: der eigene Mehrjahresverlauf, der Wert des Bundeslandes
und Netzbetreiber ähnlicher Struktur.
Was in diesem Modell abgebildet ist: Geplante Unterbrechungen und höhere Gewalt sind getrennt ausgewiesen und gehen — wie in der Meldung nach § 52 EnWG — nicht in den SAIDI ein. Die Auswertung nach Spannungsebene ist vorhanden. Was fehlt: die Unterscheidung nach Ursachenkategorien der Bundesnetzagentur, die Abgrenzung von Unterbrechungen unter drei Minuten und die Zuordnung zu Netzgebieten. Diese Punkte sind keine Frage der Systematik, sondern der Datentiefe.
Notfall- und Krisenvorsorge Die dritte Zeitebene · Pflichten statt Kennzahlen
Diese Ebene lässt sich nicht sinnvoll als Kennzahl führen — es gibt keinen
normierten Reifegrad für Notfallvorsorge. Was sich führen lässt, ist die Pflichtenlage: welche
Vorgabe gilt, welche Rolle das Unternehmen darin hat und in welchem Turnus etwas nachzuweisen ist.
Die Einstufung gilt für die im Cockpit angenommene Größenordnung. Wo die Pflicht von Verträgen,
Anlagen oder der Spartenzuordnung abhängt, steht das ausdrücklich da.
Sparte
Vorsorgethema
Rechtsgrundlage
Rolle des Unternehmens
Einstufung
Turnus / Frist
Der aufschlussreichste Eintrag ist die KRITIS-Abgrenzung
Ein Versorger dieser Größenordnung liegt bei allen drei Schwellenwerten der BSI-Kritisverordnung
deutlich darunter — Strom 3.700 GWh, Gas 5.190 GWh, Wasser 22 Mio. m³ im Jahr. Er ist damit
kein Betreiber einer kritischen Anlage. Trotzdem greift § 5c EnWG, der ausdrücklich für alle
Netzbetreiber unabhängig von Größe und Spannungsebene gilt, und über die Beschäftigtenzahl
zusätzlich die Einstufung als wichtige Einrichtung nach dem neuen BSIG.
Das ist dasselbe Muster wie beim Gleichbehandlungsbeauftragten im
Beauftragtenwesen: Eine Ausnahmeregel befreit von einer Pflicht, aber nicht von allen. Wer nur auf
die KRITIS-Schwelle schaut und daraus „nicht betroffen" ableitet, zieht den falschen Schluss.
Netzkapazität Wo Einspeisung auf Aufnahmefähigkeit trifft
Größe
Modellwert
Warum sie hier steht
Ortsnetzstationen
168
Die Ebene, auf der Aufnahmefähigkeit tatsächlich entschieden wird — nicht das Gesamtnetz
Stationen über 70 % Auslastung
19
Hier wird eine zusätzliche Anlage zur Einzelfallprüfung. Modellierte Verteilung
Stationen über 90 % Auslastung
4
Hier entscheidet sich, ob verstärkt oder über § 14a EnWG gesteuert wird
Installierte Einspeiseleistung
9,4 MW
Anschlussleistung der Anlagen. Bestimmt die Netzauslegung — nicht zu verwechseln mit der eingespeisten Menge
Höchste gemessene Einspeisung
6,1 MW
Rund 65 % der installierten Leistung. Anlagen speisen selten gleichzeitig mit Volllast ein
Steuerbare Verbrauchseinrichtungen
72
Wärmepumpen und Ladepunkte, die nach § 14a EnWG netzdienlich gesteuert werden könnten
Der Zusammenhang, den der Einspeiseanteil allein nicht zeigt
Ein Jahresmittel von 18,5 Prozent sagt nichts darüber, ob irgendwo tatsächlich die Kapazität knapp wird.
Entscheidend ist die Verteilung über die 168 Ortsnetzstationen: Vier davon liegen im Modell über
90 Prozent Auslastung, während die Mehrheit unauffällig ist. Netzausbau folgt dieser Verteilung, nicht
dem Durchschnitt.
Der zweite Punkt betrifft die Begriffe: 9,4 MW installierte Leistung stehen
6,1 MW höchster gemessener Einspeisung gegenüber. Wer die Auslegung an der installierten Leistung
orientiert, baut zu groß; wer sie am Mittelwert orientiert, zu klein. Der maßgebliche Wert liegt
dazwischen und ist eine Frage der Gleichzeitigkeit.
Sparte Wasser Eigene Logik, eigene Kennzahlen
Größe
Modellwert
Orientierung
Bedeutung
Abgabemenge
1,095 Mio. m³
—
An Kunden abgegebene Menge im Modelljahr
Netzverluste
6,8 %
< 10 %
Differenz zwischen eingespeister und abgegebener Menge. Die zentrale Effizienzgröße eines Wassernetzes
Rohrnetzschäden
8
—
Auf 103 km Netzlänge. Indikator für den Zustand
Erneuerungsrate
0,7 %
≈ 1 %
Anteil des jährlich erneuerten Netzes. Bei dieser Rate liegt die rechnerische Erneuerungsdauer bei rund 140 Jahren
Beanstandungen der Wasserqualität
0
0
Untersuchungen nach Trinkwasserverordnung. Meldung an das Gesundheitsamt, nicht an das Cockpit
Warum Wasser nicht im Cockpit steht
Die Sparte ist mit 4,6 Mio. € Umsatz stabil und mit 22 Prozent Deckungsbeitragsmarge die profitabelste
im Modell. Sie erzeugt aber keine Steuerungsfrage, die monatlich auf die Geschäftsführungsebene gehört —
anders als Netzausbau, Gasperspektive oder Finanzierung.
Zwei Größen wären das langfristig dennoch wert: Die Erneuerungsrate
von 0,7 Prozent bedeutet rechnerisch eine Erneuerungsdauer von rund 140 Jahren — deutlich über der
technischen Nutzungsdauer vieler Leitungen. Das ist ein aufgeschobener Investitionsbedarf, der in keiner
der neun Kennzahlen sichtbar wird. Und die Netzverluste sind eine der wenigen Größen, bei denen
sich Investitionen direkt in eingesparter Menge rechnen lassen.
Versorgungsqualität Wasser Eigene Kennzahlen nach DVGW-Regelwerk
Wasser ist nicht von der Bundesnetzagentur reguliert, es gibt keine Meldepflicht
nach § 52 EnWG und keinen amtlichen Vergleichswert. Die Branche arbeitet mit dem Kennzahlensystem
des DVGW im freiwilligen Benchmarking. Drei Größen tragen dort die Versorgungssicherheit — und
keine davon ist mit dem SAIDI vergleichbar. Bezugsgrößen sind die 103 km Netzlänge und
4.800 Hausanschlüsse aus den Netzstammdaten. Mengen und Schadenszahlen stehen in der
Spartensicht oberhalb — hier werden sie in die Kennzahlen des DVGW-Regelwerks überführt,
also auf Leitungslänge, Zeit und Hausanschluss bezogen.
Kennzahl
Regelwerk
Modellwert
Rechnung
Orientierung
Aussage
Schadensrate
DVGW W 1100-2
7,77 je 100 km
8 Schäden ÷ 103 km
unter 10 gilt als gering
Zustand des Rohrnetzes. Der wichtigste Frühindikator, weil Schäden dem Ausfall vorausgehen.
Spezifischer realer Wasserverlust qVR
DVGW W 392
0,089 m³/(km·h)
80.000 m³ ÷ (103 km × 8.760 h)
städtisch etwa 0,08
Wasser, das eingespeist, aber nicht abgegeben wird: 80.000 von 1.175.000 m³, also 6,8 Prozent — dieselbe Größe wie „Netzverluste" in der Spartensicht oberhalb, nur anders bezogen. Bezogen auf Leitungslänge und Zeit, nicht auf die Menge — sonst wären große Netze immer schlechter.
Versorgungsunterbrechungen
DVGW W 1100-2
6,45 Min. je Anschluss
30.945 Min. ÷ 4.800 Anschlüsse
kein Bundeswert
Die SAIDI-Analogie im Wasserbereich — aber je Hausanschluss statt je Letztverbraucher, und ohne bundesweite Aggregation. Neun Ereignisse, überwiegend Rohrbrüche; Wasserunterbrechungen dauern länger als Stromunterbrechungen, weil nach der Reparatur gespült und freigegeben werden muss.
Warum die Bezugsgröße beim Wasserverlust so aussieht
Naheliegend wäre, Wasserverluste in Prozent der Einspeisung anzugeben — hier 6,8 Prozent, wie in der Spartensicht oberhalb. Das DVGW-Regelwerk
tut das bewusst nicht, weil der Prozentwert von der Abgabemenge abhängt: Ein Netz mit wenig Absatz
und gleicher Rohrqualität sähe schlechter aus als ein Netz mit hohem Absatz. Der spezifische reale
Wasserverlust bezieht die verlorene Menge stattdessen auf Leitungslänge und Zeit und macht Netze
unterschiedlicher Größe vergleichbar. Für die Einordnung nennt das Regelwerk zusätzlich den
Infrastructure Leakage Index, der auch Anschlussdichte und Versorgungsdruck berücksichtigt.
Das ist der eigentliche Punkt dieser Tabelle: Wer Versorgungssicherheit
über drei Sparten führen will, kann nicht eine Kennzahl übertragen. Jede Sparte hat eine eigene
Fachlogik, und die Bezugsgröße ist Teil der Aussage.
Trinkwasserqualität und Pflichten nach TrinkwV Der Kern der Daseinsvorsorge
Die Kennzahlen oben beschreiben das Rohrnetz. Die eigentliche Frage bei Trinkwasser
ist eine andere: Hält das Wasser die Grenzwerte ein, und lässt sich das belegen? Das regelt die
Trinkwasserverordnung in ihrer Fassung von 2023, Aufsichtsbehörde ist das Gesundheitsamt — nicht die
Bundesnetzagentur. Zwei Pflichten aus dieser Novelle haben mehrjährigen Vorlauf und sind deshalb
Managementthemen, keine Laborthemen.
Mikrobiologische und chemische Parameter am Übergabepunkt, getrennt nach Gruppe A (häufig, etwa E. coli und coliforme Keime) und Gruppe B (Vollparameter, selten). Häufigkeit und Umfang steigen mit der abgegebenen Wassermenge.
Gesundheitsamt
laufend, mengenabhängig
Untersuchungsplan
§ 28 TrinkwV
Schriftlicher Plan im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt; risikobasierte Anpassung möglich.
Errichtung, Inbetriebnahme und wesentliche Änderung vier Wochen vorher anzeigen, Stilllegung binnen drei Tagen. Bei Grenzwertüberschreitung unverzüglich melden, Ursache klären, Risikoabschätzung schriftlich vorlegen.
Beschreibung des Einzugsgebiets, Gefährdungsanalyse, Bewertung, Rohwasserüberwachung und Maßnahmenvorschläge. Betrifft Gewinnungsanlagen ab zehn Kubikmeter täglich.
Wasserbehörde des Landes
Frist 12.11.2025 — abgelaufen; behördliche Maßnahmenfestlegung bis 12.05.2027
Risikomanagement der Versorgungsanlage
§§ 34–38 TrinkwV
Systematische Risikoabschätzung und Risikomanagement für die gesamte Versorgungsanlage nach den anerkannten Regeln der Technik, mit Qualifikationsnachweis der ausführenden Personen.
Gesundheitsamt
erstmals bis 12.01.2029, danach alle sechs Jahre
Warum das ein Managementthema ist und kein Laborthema
Die beiden hervorgehobenen Zeilen sind keine Routineaufgaben, die im Wasserwerk nebenher laufen.
Beide verlangen eine systematische Analyse mit mehrjährigem Vorlauf, externe Qualifikation und eine
Abstimmung mit zwei verschiedenen Behörden — Gesundheitsamt und Wasserbehörde des Landes. Die
Einzugsgebietsfrist ist bereits verstrichen, die Anlagenfrist liegt weit genug in der Zukunft, dass
sie regelmäßig unterschätzt wird.
Damit steht neben NIS-2 eine zweite abgelaufene Frist im Cockpit. Das ist
kein Zufall, sondern das Muster, das eine Vorsorgeübersicht überhaupt erst sichtbar macht: Pflichten
mit langem Vorlauf und ohne laufende Kennzahl fallen durch jedes Raster, das nur Monatswerte
beobachtet.
Datenqualität Bekannte Auffälligkeiten im Modelljahr
Wo
Was auffällt
Erklärung im Modell
Umgang
Störungen Juli
8 Ereignisse statt durchschnittlich 2
Modellierte Gewitterlage mit mehreren kurzen Unterbrechungen
Nicht bereinigen. Der Juli trägt mit 4,0 Minuten rund ein Viertel des Jahreswerts — acht Ereignisse mit im Mittel einer halben Minute je Ereignis, also viele kurze Unterbrechungen
Beschwerden März
26 statt durchschnittlich 10
Jahresverbrauchsabrechnung — der regelmäßige Ausschlag nach dem Rechnungslauf
Als saisonales Muster kennzeichnen, sonst wird jedes Frühjahr eine Diskussion daraus
Umsatz Teilzeiträume
Quartalswerte schwanken um mehr als das Doppelte
Winterlastiges Geschäft durch Wärme- und Gasabsatz
Teilzeiträume nur gegen denselben Zeitraum des Vorjahres vergleichen, nie gegen den Jahresdurchschnitt
Warum diese Übersicht dazugehört
Modellierte Daten verlaufen zu glatt — das ist bei synthetischen Reihen unvermeidlich und hier bewusst
an zwei Stellen durchbrochen. Der Punkt ist aber ein grundsätzlicher: In echten Betriebsdaten gibt es
immer Ausschläge, und ein Cockpit muss unterscheiden zwischen einem Datenfehler, einem erklärbaren
Sondereffekt und einem echten Signal.
Der Juli zeigt das beispielhaft: viermal so viele Ereignisse wie üblich, aber
im Schnitt nur eine halbe Minute je Ereignis. Wer nur die Minuten sieht, vermutet ein Zustandsproblem.
Wer beide Größen liest, erkennt kurze, wetterbedingte Ausfälle. Genau deshalb steht im Cockpit der SAIDI und
nicht die Störungsanzahl.
Monatswerte Konzeptionelle Datenquelle – Netz
Monat
Störungen
Unterbr.-Min.
Anfragen
davon PV
Bearb.-Dauer
offen
Einspeiseanteil
Neun Steuerungskennzahlen Zeitraum Gesamtjahr · Zeile anklicken für den Steckbrief
Der Zeitraum wird auf der Managementübersicht eingestellt und wirkt auf die Werte dieser Tabelle. Referenzwerte und Steckbriefe bleiben unverändert.
Kennzahl
Modellwert
Referenz
Abw.
Verlauf
Status
Welche Entscheidungsfrage daran hängt
Herkunft der Referenzwerte Jeder Vergleichswert ist nach Art gekennzeichnet
Kennzahl
Referenz
Art
Herleitung
Umsatz
44,0 Mio. €
Modellplanwert
Ausgangswert 40,3 Mio. € mit 2,2 % jährlich über vier Jahre fortgeschrieben
EBIT-Marge
≥ 6,0 %
Annahme
Frei gesetzt. Unterstellt, dass ein Teil der Investitionen aus dem laufenden Ergebnis getragen wird
Investitionsquote
10,2 %
Ausgangsjahr
4,1 Mio. € Investitionen zu 40,3 Mio. € Umsatz aus den öffentlich verfügbaren Eckdaten
Eigenkapitalquote
≥ 25,0 %
Modellannahme ohne externe Herleitung
Frei gesetzte Orientierungsgröße. Keine regulatorische oder allgemeingültige Schwelle
SAIDI Strom
11,7 Min.
Illustrativer Benchmark
Von der Bundesnetzagentur veröffentlichter Strom-Bundeswert für 2024. Zum Vergleich: 12,8 Min. (2023), 12,2 Min. (2022), Zehnjahresmittel 12,7 Min. Für Gas erhebt die Behörde nach derselben Rechtsgrundlage einen eigenen SAIDI — 1,55 Min. (2024)
Anschlussanfragen
141
Modelliertes Vorjahr
Kein Zielwert, sondern Belastungsindikator. Vergleich gegen den modellierten Vorjahreswert
Einspeiseanteil
16,0 %
Modelliertes Vorjahr
Beobachtungsgröße ohne Zielwert. Jahresmittel der modellierten Monatswerte
Kündigungsquote
< 4,0 %
Annahme
Frei gesetzte Orientierungsgröße, nicht aus einem Branchenvergleich abgeleitet
Meilensteinindikator
74 %
Modellplanwert
37 von 50 Meilensteinen im modellierten Portfolio bis Jahresende terminiert
Auswahl: neun statt zwölf
Störungsanzahl nicht aufgenommen — beantwortet zusammen mit dem SAIDI dieselbe Frage. Der Indikator misst die Wirkung beim Kunden, die Störungsanzahl nur das Ereignis.
Kundenzufriedenheit nicht aufgenommen — monatlich in der Regel nicht belastbar erhebbar. Eine Zahl, deren Schwankung man nicht deuten kann, gehört nicht in ein Steuerungscockpit.
Absatz neuer Produkte nicht aufgenommen — Vertriebssteuerungsgröße, keine Unternehmenssteuerungsgröße.
Alle drei bleiben in der Fachbereichssicht sichtbar. Leitregel für die Aufnahme: Eine Kennzahl gehört nur in dieses Cockpit, wenn an ihr eine Entscheidungsfrage der Geschäftsführung hängt.
Warum die Kennzahlen nach Indikatortyp gekennzeichnet sind
Finanzielle Kennzahlen zeigen das Ergebnis von Entscheidungen, die längst getroffen wurden. Für Rechenschaft
ist das richtig, für Steuerung zu spät. Deshalb sind vier der neun Größen bewusst Frühindikatoren. Die
Einteilung folgt der Frage, woher eine Kennzahl kommt — Mengengerüst, operative Leistung, Gewinn- und
Verlustrechnung oder Bilanz — und nicht nur, ob sie zeitlich früh oder spät reagiert.
Frühindikatoren — Anschlussanfragen, Einspeiseanteil, Kündigungsquote, Meilensteinindikator.
Mengen- und Verhaltensgrößen, die sich verändern, bevor sie im Ergebnis ankommen.
Leistungsindikatoren — Investitionsquote und SAIDI. Sie messen die operative Leistung des
laufenden Zeitraums: wie viel investiert wird und wie zuverlässig versorgt wird.
Ergebnisindikatoren — Umsatz und EBIT-Marge. Beide stammen aus der Gewinn- und Verlustrechnung
und weisen das Periodenergebnis aus.
Bilanzindikator — Eigenkapitalquote. Ein Bestand zum Stichtag, kein Periodenwert. Sie reagiert
träge, summiert dafür die Wirkung mehrerer Jahre und markiert die Finanzierungsgrenze.
Die Kausalkette darunter verläuft genau in dieser Reihenfolge: Ein Frühindikator
bewegt sich, die Leistungsindikatoren folgen, die Ergebnisindikatoren zeigen die Periodenwirkung, und der
Bilanzindikator summiert sie über die Jahre. Ein Cockpit, das nur Ergebnis- und Bilanzgrößen enthält,
berichtet — es steuert nicht.
Zusammenhänge zwischen den Kennzahlen Im Modell angelegte Wirkungskette
Der modellierte Einspeiseanteil und die Anschlussanfragen steigen.
Im Modell ist damit ein höheres Investitionsniveau verknüpft; die Investitionsquote liegt über dem Ausgangswert.
Die angenommene Innenfinanzierungskraft deckt das nicht vollständig, die modellierte Eigenkapitalquote entwickelt sich rückläufig.
Der SAIDI liegt über dem illustrativen Benchmark.
Der Meilensteinindikator zeigt, ob die Organisation das modellierte Tempo mitgeht.
Diese Kette ist im Modell bewusst angelegt, nicht empirisch nachgewiesen. Ihr Zweck ist zu zeigen, dass Kennzahlen eines Cockpits nicht nebeneinanderstehen sollten, sondern in erklärbaren Beziehungen zueinander.
Modellannahmen im Überblick
Bereich
Annahme
Bemerkung
Ausgangsgrößen
Umsatz, Bilanzsumme, Investitionen, Absatzmengen, Netzlängen, Mitarbeitendenzahl eines Stadtwerks vergleichbarer Größe
Abschreibungen 2,8 Mio. €, Jahresüberschuss 1,9 Mio. €, beide konstant
Stark vereinfacht, keine Zinsen, Steuern oder Working Capital
Gasfortschreibung
Pfad A −2,8 %, Pfad B −6,0 % jährlich
Zwei Setzungen, keine Marktprognose
Projektportfolio
Acht Vorhaben, ungewichtete Meilensteine
Beispielhaft, Termine und Status frei gesetzt
Risikoregister
Zehn Einträge, Wahrscheinlichkeit und Auswirkung je 1–5
Illustrative Modellannahmen
Markt und Kunden Modellierte Beispieldaten – Vertrieb
Hinweis zur Datenbasis
Die hier ausgewiesene Kennzahl ist eine Kündigungsquote, keine Wechselrate. Die zugrunde liegenden Modelldaten bilden Vertragskündigungen ab. Ein Lieferantenwechsel im energiewirtschaftlichen Sinn umfasst zusätzlich den abgeschlossenen Wechselprozess zu einem anderen Lieferanten und wäre über die Marktkommunikation zu ermitteln. Kündigung und Wechsel sind nicht gleichzusetzen: Eine Kündigung kann auch aus Umzug, Todesfall oder Tarifwechsel im eigenen Haus resultieren.
Kündigungen häufen sich im Modell zum Jahreswechsel
Im Modell häufen sich Kündigungen zum Jahreswechsel.
Neue Produkte und Beschwerden
Beides Detailgrößen der Fachbereichssicht, nicht im Cockpit.
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist.
Monatswerte
Monat
Kunden
Kündigungen
Kündigungsquote
Zufriedenheit
Neue Produkte
Was diese Zahlen nicht zeigen
Der ausgewiesene Bestand sind Stromkunden, nicht Kunden des Unternehmens. In Mehrspartenunternehmen werden Strom-, Gas- und Wärmekunden in den Fachsystemen häufig als getrennte Einheiten geführt — derselbe Haushalt erscheint dann dreimal. Eine echte Kundenzahl ließe sich daraus nicht bilden, ohne die Datensätze vorher über alle Sparten zusammenzuführen.
Das ist keine Lücke dieses Prototyps, sondern ein strukturelles Thema: Solange nicht definiert ist, ob „Kunde" ein Vertragsverhältnis, ein Anschluss, ein Zählpunkt oder ein Haushalt meint, ist jede spartenübergreifende Kundenkennzahl angreifbar. Deshalb steht diese Frage im Datenmodell an erster Stelle — und deshalb enthält das Cockpit bewusst nur eine Kundenkennzahl, und zwar eine spartenbezogene.
Berechnung der Jahresgröße: Summe der modellierten Kündigungen geteilt durch den Kundenbestand am Jahresende. Diese Vereinfachung vernachlässigt unterjährige Bestandsveränderungen und Neuzugänge. Eine saubere Ermittlung würde den durchschnittlichen Bestand heranziehen und zwischen Kündigungsgrund und vollzogenem Lieferantenwechsel unterscheiden.
Preise, Entgelte und Erlösobergrenze Warum ein Cockpit keine Preisliste führt
Die Frage, die dahintersteht
Wer ein Versorgungsunternehmen steuert, erwartet Preise im Bericht. Sie stehen
hier bewusst nicht — nicht weil sie unwichtig wären, sondern weil „der Preis" drei verschiedene Dinge
meint, die getrennt zu steuern sind und von denen nur eines im Ermessen des Hauses liegt.
Der Endpreis eines Haushaltskunden setzt sich aus Beschaffung, Netzentgelt und
staatlich veranlassten Bestandteilen zusammen. Der mittlere Block ist reguliert, der hintere gesetzlich
gesetzt. Ein Cockpit, das den Endpreis als Kennzahl führt, mischt diese drei Ebenen und misst damit vor
allem Entwicklungen, auf die niemand im Haus Einfluss hat.
Bestandteil
Wer ihn bestimmt
Handlungsspielraum
Wie er im Cockpit sichtbar wird
Wettbewerblicher Teil
Energiebeschaffung
Markt, eigene Beschaffungsstrategie
hoch Zeitpunkt, Tranchen, Absicherung
Als variable Kosten in der Deckungsbeitragsrechnung je Sparte — nicht als Preis je kWh
Vertrieb und Marge
Eigene Kalkulation
hoch Produktgestaltung, Kundenbindung
Als Deckungsbeitrag je Sparte und über Kündigungsquote und Neuabschlüsse
Regulierter Teil
Netzentgelt Strom und Gas
Regulierungsbehörde über die Erlösobergrenze
mittelbar Über Kostenniveau, Effizienz und
Investitionsverhalten — nicht über den Entgeltsatz selbst
Nicht als Preis, sondern über die Erlösobergrenze — siehe unten
Messstellenbetrieb
Gesetzliche Preisobergrenzen
gering Nur über die eigenen Kosten
Mittelbar über den Rollout-Fortschritt intelligenter Messsysteme
Staatlich veranlasster Teil
Steuern, Abgaben, Umlagen
Gesetzgeber
keiner Durchlaufender Posten
Gar nicht — eine Kennzahl ohne Steuerungswirkung gehört nicht ins Cockpit
Konzessionsabgabe
Konzessionsabgabenverordnung, Gemeindegröße
keiner Höchstsätze sind gesetzt
Auf der Empfängerseite relevant: als Teil des kommunalen Ergebnisbeitrags
Die Erlösobergrenze als eigentliche Steuerungsgröße Nicht der Entgeltsatz, sondern der Rahmen dahinter
Wie der Netzerlös zustande kommt
Für das Netz gilt die Anreizregulierung: Die Behörde setzt für eine
Regulierungsperiode fest, wie viel Erlös der Netzbetreiber erzielen darf. Die Entgeltsätze sind
daraus abgeleitet — sie sind das Ergebnis einer Division, keine unternehmerische Preisentscheidung.
Sinkt die abgesetzte Menge, steigt der Satz, damit der zulässige Erlös erreicht wird. Genau deshalb
ist der Entgeltsatz als Kennzahl irreführend und die Obergrenze die richtige Größe.
Die Obergrenze wird aus dem Ausgangsniveau eines Basisjahres gebildet und
fortgeschrieben. Sie unterscheidet dauerhaft nicht beeinflussbare Kosten — vorgelagerte
Netzentgelte, Konzessionsabgabe, gesetzliche Verpflichtungen —, die vollständig anerkannt werden, von
beeinflussbaren Kosten, auf die die Effizienzvorgabe wirkt. Hinzu kommen der Kapitalkostenaufschlag
für Neuinvestitionen, das Qualitätselement und das Regulierungskonto, über das Mengen- und
Kostenabweichungen zeitversetzt ausgeglichen werden.
Für ein Haus dieser Größenordnung ist das vereinfachte Verfahren
praktisch bedeutsam: Nach § 24 ARegV können Stromnetzbetreiber mit weniger als 30.000 und
Gasnetzbetreiber mit weniger als 15.000 angeschlossenen Kunden darauf optieren. Sie entgehen dem
bundesweiten Effizienzvergleich; an seine Stelle tritt ein pauschaler Effizienzwert — der gewichtete
Durchschnitt der Vergleichswerte der Vorperiode — und pauschal fünf Prozent der Gesamtkosten gelten als
dauerhaft nicht beeinflussbar. Der Antrag ist bis zum 31. März des vorletzten Jahres vor Periodenbeginn
zu stellen und bindet für die gesamte Periode. Das spart erheblichen Aufwand und nimmt zugleich die
Möglichkeit, eine überdurchschnittliche Effizienz nachzuweisen — eine Abwägung, die zur Geschäftsleitung
gehört und nicht ins Fachreferat. Beide Sparten des Modellunternehmens liegen deutlich unter den
Schwellen.
Was sich hier gerade ändert — und warum das jetzt relevant ist
Die Perioden laufen aus. Gas befindet sich in der vierten
Regulierungsperiode 2023 bis 2027, Strom 2024 bis 2028. Danach löst der neue Rahmen unter dem Kürzel
NEST die Anreizregulierungsverordnung ab — Gas ab 2028, Strom ab 2029, mit verkürzten Perioden von
drei Jahren. Wer heute Investitionsentscheidungen mit Blick auf die Anerkennung trifft, trifft sie in den
letzten Jahren eines auslaufenden Systems.
Der Kapitalzins wurde angehoben. Für die laufenden Perioden gilt ein
Eigenkapitalzinssatz von 5,07 Prozent für Neuanlagen und 3,51 Prozent für Altanlagen; die Festlegung
wurde gerichtlich bestätigt. Für die Gas-Folgeperiode liegt ein Entwurf mit höheren Werten vor. Das
verbessert die Finanzierbarkeit des Netzausbaus — und ist zugleich der Grund, warum die
Investitionsplanung nicht allein an der eigenen Liquidität hängt.
Die Gasentgelte laufen auseinander. Zum Jahreswechsel bewegten sich die
Veränderungen der Gasnetzentgelte zwischen deutlichen Senkungen und Erhöhungen um mehr als die Hälfte —
je nach Netzgebiet, Abschreibungsverfahren und Mengenentwicklung. Das ist kein Preisthema, sondern das
erste sichtbare Ergebnis der Frage, wie Gasnetze abgeschrieben werden, solange noch Kunden
angeschlossen sind.
Warum hier keine Zahl steht — und welche drei ich ergänzen würde
Das Modell dieser Anwendung führt die Sparten Strom, Gas, Wasser und Wärme, aber es
trennt nicht zwischen Netz und Vertrieb. Eine Erlösobergrenze ließe sich daraus nicht ableiten,
ohne sie zu erfinden — und eine erfundene Obergrenze wäre die unehrlichste Zahl im ganzen Cockpit, weil
sie eine behördliche Festlegung vortäuschen würde. Sie fehlt deshalb bewusst und steht in der Methodik
als Auslassung.
Sobald der Festlegungsbescheid und die Kostenrechnung des Netzbereichs
vorliegen, wären es drei Kennzahlen — und nur drei:
1 · Ausschöpfungsgrad der Erlösobergrenze. Tatsächlicher Netzerlös
gegenüber zulässigem Erlös, in Prozent. Sie beantwortet die einzige Frage, die beim Netzerlös zählt:
Wird der genehmigte Rahmen getroffen? Dauerhafte Unterschreitung ist verschenkter Erlös, dauerhafte
Überschreitung führt zur Rückgabe.
2 · Saldo des Regulierungskontos. Die aufgelaufene Differenz, die in
späteren Jahren auszugleichen ist. Sie ist die am häufigsten übersehene Größe, weil sie das Ergebnis
künftiger Jahre bereits festlegt — ein hoher Saldo ist eine Verbindlichkeit oder eine Forderung, die im
Ergebnis noch nicht sichtbar ist.
3 · Anerkannter Anteil der Investitionen. Welcher Teil der
Netzinvestitionen über den Kapitalkostenaufschlag in die Obergrenze eingeht und mit welchem Zeitverzug.
Diese Kennzahl verbindet die Investitionsquote aus dem Cockpit mit der Frage, ob die Investition
refinanziert wird — und sie ist der Punkt, an dem die Finanzierungslücke aus dem Finanzszenario und das
Regulierungsmanagement dasselbe Thema behandeln.
Alle drei stammen aus derselben Quelle, dem Regulierungsmanagement in den
Zentralen Diensten. Keine davon ist eine Preisangabe.
Organisation Beispielhafte Personal- und Projektstruktur
Hinweis zur Datenbasis
Personalzahlen, Altersstruktur und Projektstände sind frei modelliert. Sie beschreiben keine reale Belegschaft und kein reales Vorhabenportfolio.
Aufbau des Unternehmens Nach dem veröffentlichten Organigramm · ohne Personennamen · Kasten anklicken
Struktur und Abteilungsbezeichnungen folgen dem öffentlich veröffentlichten
Organigramm der Stadtwerke Werl (Stand März 2026). Personennamen sind bewusst weggelassen — es
stehen Funktionen dort. Alles Weitere im Cockpit bleibt modelliert: Mitarbeitendenzahlen, Kennzahlen
und Beteiligungsergebnisse sind synthetisch.
Minderheitsbeteiligungen · modelliert, gemeinsam mit anderen Stadtwerken
Quelle der Struktur: veröffentlichtes Organigramm der Stadtwerke Werl,
Stand März 2026, abgerufen von der Unternehmenswebsite. Nicht daraus stammen: Gesellschafteranteile,
Mitarbeitendenzahlen je Bereich, Beteiligungen und sämtliche Kennzahlen — diese sind modelliert.
Mitarbeitende (Modell)
60
Größenordnung aus Eckdaten
Fluktuation (Modell)
6,7%
4 Austritte im Modelljahr
Offene Stellen (Modell)
3
davon 2 länger als sechs Monate
Modellierte Altersabgänge
11
18 % der modellierten Belegschaft
Schwerpunkt der Belegschaft liegt in den oberen Altersgruppen
Schwerpunkt in den oberen Altersgruppen, angenommen.
Meilensteine je Vorhaben
Erreicht gegen geplant, ungewichtet.
Bei einer Belegschaft dieser Größenordnung entspricht eine unbesetzte Stelle rechnerisch rund 1,7 Prozent der Gesamtkapazität. Der Punkt ist ein struktureller: In kleinen Einheiten ist Personalverfügbarkeit unmittelbar eine Frage der Umsetzungskapazität für Transformationsvorhaben — unabhängig davon, wie die realen Zahlen aussehen.
Prozesslandkarte Ablauforganisation zum Organigramm · Kachel anklicken
Das Organigramm oben zeigt, wer wofür zuständig ist. Die Landkarte zeigt,
was tatsächlich abläuft — und in welchem Zustand die Beschreibung dieser Abläufe ist. Genau
das ist der Gegenstand eines Organisationshandbuchs: nicht die Kästen, sondern die Prozesse
zwischen ihnen. Prozesszuschnitt, Dokumentationsstände und die Zahl der
Wissensträger sind Modellannahmen; sie zeigen die Systematik, nicht den Stand eines
konkreten Unternehmens.
Der Dokumentationsstand und die Zahl der Wissensträger beantworten
zwei verschiedene Fragen. Ist ein Prozess beschrieben, lässt er sich übergeben. Beherrschen ihn
mehrere Personen praktisch, trägt er auch einen Ausfall. Beides zusammen ergibt erst ein Bild:
Ein gut beschriebener Prozess auf einer Schulter bleibt gefährdet, ein undokumentierter mit
breiter Besetzung ist es kaum. Gezählt werden Personen, nicht Namen — das Cockpit führt keine
personenbezogenen Angaben.
Prozess
Ebene
Prozesseigner
Dokumentationsstand
Wissens- träger
Vertretung
Letzte Prüfung
Kennzahl
Risiko
Wozu der Dokumentationsstand als eigene Größe taugt
Ein Prozess, den nur eine Person beherrscht und der nirgends beschrieben ist, erzeugt kein Problem
— bis diese Person ausfällt. Deshalb steht der Dokumentationsstand hier neben dem Prozesseigner und
nicht in einer Ablage: Er ist die messbare Seite des Risikos „Fachkräfteverfügbarkeit und
Altersabgänge" aus dem Register. Im Modell sind vier der sechzehn Prozesse nicht beschrieben — darunter
das Risikomanagement selbst und die Dienstleistersteuerung, also genau die beiden, für die das
Register offene Risiken ausweist.
Aufschlussreicher ist die Kombination. Die Energiebeschaffung ist
vollständig beschrieben und ruht trotzdem auf einer Person — Dokumentation allein löst das nicht.
Umgekehrt stehen drei Prozesse gleichzeitig ohne Beschreibung und ohne zweite Schulter da. Das ist
die Menge, die bei einem ungeplanten Ausfall zuerst stillsteht, und damit die messbare Seite von
Risiko 4 aus dem Register.
Zuständigkeiten je Prozess RACI · wer entscheidet, wer arbeitet, wer wird gefragt
Die Prozesslandkarte nennt einen Eigner je Prozess. Das reicht für eine
Übersicht, aber nicht für die Zusammenarbeit: In einem Haus dieser Größe sind an fast jedem
Prozess mehrere Bereiche beteiligt, und Reibung entsteht genau dort, wo das nicht geklärt ist.
R führt die Arbeit aus, A trägt die Verantwortung und entscheidet, C wird
vorher fachlich gehört, I wird informiert. Je Zeile darf es genau ein A geben —
das ist die eigentliche Disziplin dieser Methode.
Prozess
GF
Strom
Gas/ Wasser
Zentrale Dienste
Vertrieb/ Service
Personal
Anmerkung
Averantwortet und entscheidetRführt ausCwird vorher gehörtIwird informiert
Was diese Matrix im Modell sichtbar macht
Drei Beobachtungen, die sich aus der Verteilung ergeben und nicht aus einer Meinung.
Erstens trägt die Geschäftsführung bei sechs von sechzehn
Prozessen die Verantwortung — in einer Einheit dieser Größe unvermeidlich, aber es ist genau
die Kapazität, die für Transformationsvorhaben fehlt. Zweitens sind die Zentralen
Dienste an vierzehn der sechzehn Prozesse beteiligt und damit der meistgefragte Bereich; das
deckt sich mit dem Befund aus der Prozesslandkarte, dass dort drei der vier undokumentierten
Prozesse liegen. Drittens gibt es vier Prozesse mit drei oder mehr beteiligten
Bereichen — das sind die Kandidaten für eine Schnittstellenklärung.
Meilensteinfortschritt bleibt hinter dem angenommenen Soll-Verlauf
Soll-Linie aus der angenommenen Meilensteinplanung.
Ist Januar bis SeptemberPrognose Oktober bis DezemberLinien ab Oktober gestricheltStichtag 30. September. Die aufgehellten Balken und die gestrichelten Linienabschnitte sind Forecast, kein Ist.
Vorhaben
Federführung
Meilensteine
Indikator
Plantermin
Prognose
Budget
Risiko
Grenze des Indikators
Der Fortschrittswert ist ein ungewichteter Meilensteinindikator: Jeder Meilenstein zählt gleich viel, unabhängig von Aufwand, Dauer oder Bedeutung. Ein früher, kleiner Meilenstein hat damit dasselbe Gewicht wie ein später, aufwendiger. In einer realen Umsetzung wäre eine Gewichtung nach Aufwand oder Wertbeitrag sinnvoll, ergänzt um Termin-, Budget- und Risikostatus je Vorhaben — wie in den Spalten rechts angedeutet.
Die Risiken, ihre Einstufungen und die genannten Maßnahmen sind beispielhafte Modellannahmen und keine Bewertung der tatsächlichen Risikolage eines konkreten Unternehmens. Sie dienen ausschließlich dazu, die Verknüpfung von Risikoregister und Kennzahlensteuerung zu veranschaulichen.
Bewertungslage
Angenommene Eintrittswahrscheinlichkeit →
Registereinträge Score = W × A · Wirksamkeit je Maßnahme bewertet
Score = angenommene Eintrittswahrscheinlichkeit (W) × angenommene Auswirkung (A); Skala jeweils 1 bis 5, Wertebereich des Scores 1 bis 25. Die Farbschwellen sind gesetzt bei 15 und darüber sowie 8 bis 14. Die Spalte Wirksamkeit beantwortet eine eigene Frage: Lässt sich überhaupt feststellen, ob die Maßnahme wirkt? „messbar" heißt, es gibt eine Kennzahl dafür; „offen" heißt, die Wirksamkeit wäre derzeit nicht nachweisbar. Sämtliche Einstufungen sind illustrativ.
Der Unterschied zwischen einer Risikoliste und einem Risikomanagementsystem liegt in der zweiten Spalte:
vor Maßnahme ist die Lage ohne jede Gegenmaßnahme, nach Maßnahme die verbleibende Lage.
Erst die Differenz zeigt, was die Maßnahmen tatsächlich bewirken — und welche Risiken trotz Maßnahme
im oberen Bereich bleiben. Die Bruttolage ist hier nicht frei gesetzt: Sie folgt der ausgewiesenen
Wirksamkeit. Wo eine Maßnahme messbar wirkt, liegt die Bruttolage erkennbar höher; wo sie erst
teilweise wirkt, nur in einer Dimension; wo sie noch offen ist, sind beide Lagen gleich. Wo die
Wirksamkeit nicht bewertet ist, wird bewusst keine Bruttolage ausgewiesen — eine Zahl ohne
Bewertungsgrundlage wäre eine Erfindung.
Nr.
Risikobeschreibung
vor Maßnahme
nach Maßnahme
Minderung
Kategorie
Denkbarer Ansatzpunkt
Woran die Wirkung messbar wäre
Wirksamkeit
Warum die Wirksamkeitsspalte dort steht
Eine Maßnahmenliste beantwortet nur, dass etwas getan wird — nicht, ob es wirkt. Für die Geschäftsleitung ist aber genau das die Frage, die sie beantworten können muss. Drei Einträge stehen hier bewusst auf „offen": Beim Angriff auf die Leittechnik, bei der Lieferantenabhängigkeit und bei der Technologie-Governance gäbe es im Modell keinen Indikator, an dem sich Wirkung ablesen ließe.
Das ist kein Versäumnis, sondern der eigentliche Befund: Wo die Wirksamkeitsspalte „offen" sagt, fehlt eine Kennzahl. Der Eintrag zur Lieferantenabhängigkeit trägt deshalb ausdrücklich „kein Indikator vorhanden" — ein ehrlicher Hinweis darauf, wo dieses Cockpit noch eine Lücke hat.
Der konzeptionelle Mehrwert Jeder Registereintrag ist mit einer Kennzahl oder einem Vorhaben aus diesem Cockpit verknüpft. Dadurch wird aus einer statischen Risikoliste ein Überwachungsinstrument: Man erkennt an der Kennzahlenentwicklung, ob sich ein Risiko in Richtung Eintritt bewegt. Diese Verknüpfung ist unabhängig davon sinnvoll, wie die realen Risiken und Kennzahlen aussehen.
Beauftragtenwesen Pflichtfunktionen und ihre Nachweise · Einschlägigkeit je Funktion geprüft
Ein Teil der Risikosteuerung liegt nicht im Register, sondern in bestellten Funktionen.
Die folgende Übersicht zeigt, welche davon bei einem Versorger dieser Größenordnung greifen — und
welche gerade nicht. Die Rechtsgrundlagen sind recherchiert und verlinkt; die Einstufung
beruht auf einer angenommenen Unternehmensgröße von rund 60 Beschäftigten, rund 45 Mio. Euro Umsatz
und deutlich unter 100.000 angeschlossenen Kunden. Personen sind bewusst nicht genannt. Wo die
Einschlägigkeit von Anlagen oder Tätigkeiten abhängt, die aus öffentlichen Quellen nicht
hervorgehen, steht das ausdrücklich da.
Filter
Funktion
Rechtsgrundlage
Schwelle
Einstufung
Nachweis / Turnus
Bezug im Cockpit
Warum diese Übersicht in ein Risikodashboard gehört
Eine nicht besetzte oder abgelaufene Pflichtfunktion ist ein Risiko, das in keiner Kennzahl
auftaucht — bis es zum Befund wird. Die drei Einträge mit Status „nicht einschlägig" sind dabei
genauso wichtig wie die Pflichten: Wer den Gleichbehandlungsbeauftragten bestellt, obwohl die
De-minimis-Regel greift, bindet Kapazität ohne Rechtsgrund. Umgekehrt gilt die informatorische
Entflechtung auch für De-minimis-Unternehmen uneingeschränkt — die Ausnahme betrifft die
operationelle und gesellschaftsrechtliche Entflechtung, nicht den Umgang mit Netzdaten.
Bezug zu NIS-2 Warum das Register so aufgebaut ist
Anforderung der Richtlinie
Entsprechung im Register
Stand im Modell
Dokumentierte Risikoanalyse
Elf Einträge mit Kategorie, Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Score
abgebildet
Wirksamkeit nachvollziehen
Eigene Spalte je Eintrag, verknüpft mit einer Kennzahl, an der sich Veränderung ablesen ließe
teilweise — drei Einträge offen
Sicherheit der Lieferkette
Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern als eigener Registereintrag
benannt, ohne Indikator
Regelmäßige Befassung der Leitung
Halbjährliche Risikodurchsicht im Steuerungsrhythmus hinterlegt
abgebildet
Meldeprozess für Vorfälle
—
nicht Gegenstand eines Cockpits
Schulung und Cyberhygiene
—
nicht Gegenstand eines Cockpits
Der Kern der Anforderung
NIS-2 verlangt, dass die Leitung Risikomanagementmaßnahmen billigt,
ihre Umsetzung überwacht und die Wirksamkeit nachvollziehen kann — und stellt ausdrücklich klar,
dass diese Verantwortung nicht delegierbar ist. Genau deshalb trägt jeder Eintrag hier eine
Wirksamkeitsbewertung. Wo sie „offen" lautet, fehlt eine messbare Größe. Das ist kein Versäumnis,
sondern der eigentliche Befund.
Über die Schaltfläche Bericht erzeugen lässt sich daraus eine
Nachweisvorlage ableiten, die diese Struktur ausformuliert.
Welche Nachweise ein Cockpit leisten kann — und welche nicht Ehrliche Abgrenzung
Regelwerk
Nachweispflicht
Kann ein Steuerungscockpit dazu beitragen?
NIS-2
Befassung der Leitung, Risikoanalyse, Wirksamkeit
Ja, in Teilen. Governance und Überwachung sind genau das, was ein Cockpit abbildet. Technische Sicherheitsnachweise nicht
Entflechtung nach EnWG
Jährlicher Bericht des Gleichbehandlungsbeauftragten
Nein. Eigenständiger Prozess mit eigenem Format und eigener Verantwortung
Anreizregulierung, künftig NEST
Datenlieferungen zum Effizienzvergleich, Erlösobergrenzenanträge
Nein. Regulierungsmanagement arbeitet mit eigenen Datenmodellen und Fristen
Versorgungsunterbrechungen
Jährliche Meldung an die Regulierungsbehörde
Teilweise. Das Cockpit zeigt den Indikator, die Meldung selbst folgt einem vorgegebenen Format
Messstellenbetriebsgesetz
Rolloutfortschritt intelligenter Messsysteme
Teilweise. Als Vorhaben im Portfolio, nicht als regulatorische Meldung
Datenschutz
Verarbeitungsverzeichnis, technische und organisatorische Maßnahmen
Nein. Eigenes Verzeichnis beim Datenschutzbeauftragten
AI Act
Einordnung und Dokumentation eingesetzter KI-Systeme
Teilweise. Als Risikoeintrag und Vorhaben. Die Einordnung selbst ist ein eigenes Dokument.
Der Datenassistent dieses Prototyps ist ausdrücklich kein KI-System: Er arbeitet regelbasiert
über hinterlegte Stichwörter und feste Auswertungsroutinen, ohne Sprachmodell und ohne externe
Anbindung. Damit fällt er nicht unter den AI Act — was genau die Einordnung ist, die der AI Act
dokumentiert verlangt
Untersuchungen und Meldungen an das Gesundheitsamt
Nein. Fachlich eigenständig, mit eigenen Grenzwerten und Laborketten
Warum diese Abgrenzung wichtig ist
Die Versuchung wäre groß, für jedes Regelwerk eine Berichtsvariante anzubieten. Das wäre falsch. Die
meisten Nachweispflichten haben vorgegebene Formate, eigene Fachsysteme und benannte Verantwortliche
außerhalb der Unternehmenssteuerung. Ein Cockpit, das so tut, als könne es sie erzeugen, würde ein
trügerisches Bild vermitteln.
NIS-2 ist die Ausnahme, weil die Richtlinie ausdrücklich Leitungsverantwortung
und Überwachung adressiert — und das ist der Gegenstand eines Steuerungsinstruments. Was das Cockpit
darüber hinaus leisten kann, ist eine Fristenübersicht als Struktur: welche Pflicht, welcher Turnus,
welche Zuständigkeit. Nicht mehr.
Regulatorische Pflichtenlandschaft Konzeptionell hinterlegt, keine Statusmeldung
Turnus
Gegenstand
Adressat
Denkbare Zuständigkeit
Status
jährlich
Jahresabschluss und Lagebericht
Gesellschafter / Aufsichtsgremium
Finanzbereich
konzeptionell hinterlegt
jährlich
Meldung von Versorgungsunterbrechungen
Regulierungsbehörde
Energiedatenmanagement
Validierung erforderlich
jährlich
Veröffentlichung von Netzentgelten
Öffentlichkeit / Regulierungsbehörde
Regulierungsmanagement
zu prüfen
laufend
Rollout intelligenter Messsysteme
Regulierungsbehörde
Messwesen
Beispielstatus
laufend
Nachweise zur Informationssicherheit
zuständige Aufsicht
IT mit externer Unterstützung
zu prüfen
Diese Übersicht zeigt eine Struktur, keinen Erfüllungsstand. Welche Pflichten konkret gelten, mit welchen Fristen und in welchem Bearbeitungsstand, wäre in einer realen Umsetzung mit dem Regulierungsmanagement und der Rechtsfunktion abzustimmen. Bewusst sind keine Erfüllungsstände wie „erfüllt" oder „im Verzug" ausgewiesen, da dafür keine Datengrundlage besteht.
Datenmodell und Verantwortung Konzeptionelle Darstellung
Hinweis zur Datenbasis
Die folgenden Quellenbezeichnungen beschreiben ein konzeptionelles Datenmodell. Es liegen keine internen Dateien oder Daten eines konkreten Unternehmens vor. Die Struktur zeigt, wie ein solches Cockpit gespeist werden könnte.
Modellierte Beispieldaten – Finanzen
konzeptionelle Quelle · Finanzbereich
Umsatz, Kosten, Ergebnis
Investitionen
Bilanzgrößen
Spartenaufriss
Denkbares Vorsystem: Finanzbuchhaltung oder Branchensoftware · monatlicher Stichtag
Ohne benannte Zuständigkeit bleibt die Aktualisierung liegen
Namentliche Verantwortung je Datenbereich
Formatbrüche
Spalten werden ergänzt, Einheiten unbemerkt geändert
Geschützte Vorlage, klar markierte Eingabefelder
Referenzwerte ohne Herkunft
Ein Zielwert, den niemand herleiten kann, wird nicht akzeptiert
Je Referenzwert die Art kennzeichnen: Plan, Vorjahr, Benchmark, Annahme
Aggregation verdeckt Struktur
Eine rückläufige Sparte verschwindet im Gesamtumsatz
Spartensicht als feste Ebene, nicht als Sonderauswertung
Zahl ohne Deutung
Ein Wert allein sagt nicht, ob und was zu tun ist
Schwelle, Status und Prüfschritt je Kennzahl hinterlegen
Steuerungsrhythmus Ein Cockpit wirkt nur, wenn jemand regelmäßig hineinschaut
Anlass
Takt
Teilnehmer
Gegenstand
Datenlieferung
monatlich
je Fachbereich benannte Person
Kernwerte in der Vorlage aktualisieren, Stichtag einhalten
Cockpit-Durchsicht
monatlich
Geschäftsführung mit Referent
Abweichungen sichten, entscheiden ob ein Prüfauftrag ausgelöst wird
Leitungsrunde
monatlich
Geschäftsführung und Bereichsleitungen
Nur die Kennzahlen außerhalb des Korridors, mit Prüfschritt und Termin
Portfolio-Review
quartalsweise
Geschäftsführung und Bereichsleitungen
Vorhaben priorisieren, Kapazität gegen Portfolio spiegeln
Risikodurchsicht
halbjährlich
Geschäftsführung, IT, externe Beauftragte
Einstufungen prüfen, Wirksamkeit von Maßnahmen bewerten
Gremienbericht
jährlich
Aufsichtsgremium, Gesellschafter
Jahresentwicklung, Investitions- und Finanzierungsperspektive
Was mit einer roten Ampel passiert
Ohne festgelegten Ablauf erzeugt eine Ampel Aufmerksamkeit und sonst nichts. Der Weg im Modell: Die Abweichung erscheint in der monatlichen Durchsicht, wird in der Leitungsrunde mit Hypothese und Prüfschritt versehen, bekommt einen Verantwortlichen und einen Termin, und kommt im Folgemonat mit dem Prüfergebnis zurück. Erst danach fällt eine Entscheidung.
Zwei Regeln halten den Aufwand klein: In der Leitungsrunde werden ausschließlich Kennzahlen außerhalb des Korridors besprochen, und je Abweichung gibt es genau einen Verantwortlichen. Ein Cockpit, dessen Besprechung länger als zwanzig Minuten dauert, wird nach drei Monaten nicht mehr gemacht.
Bewusste Auslassungen Was fehlt und warum
Nicht enthalten
Warum nicht
Wann es dazugehörte
Beteiligungsergebnis
Bei einem Stadtwerk fließen Ergebnisse aus Beteiligungen — etwa an Erzeugungs- oder Messdienstleistungsgesellschaften — in das Jahresergebnis ein. Eine echte Steuerungsgröße, die in diesem Modell fehlt
Sobald die Beteiligungsstruktur und ihre Ergebnisbeiträge bekannt sind. Für ein vollständiges Cockpit wäre es eine der ersten Ergänzungen
Nachhaltigkeits- und CO2-Kennzahlen
Inhaltlich berechtigt, würde aber die bewusste Beschränkung auf neun Größen aufweichen
Sobald Berichtspflichten dazu greifen oder die Gesellschafterin sie einfordert
Spartenübergreifende Kundenzahl
Setzt voraus, dass „Kunde" über alle Sparten einheitlich definiert und technisch zusammengeführt ist
Nach Klärung der Kundendefinition, nicht vorher
Bearbeitungsdauer je Anschlussanfrage
Als Kennzahl vorgeschlagen, aber noch nicht ins Cockpit aufgenommen
Sobald sie regelmäßig erhoben wird — sie wäre der bessere Frühindikator als die reine Anfragezahl
Kennzahl für Lieferantenabhängigkeit
Im Risikoregister als Risiko geführt, aber ohne messbaren Indikator
Nach einer systematischen Lieferantenbewertung
Mögliche Umsetzungsstufen
Stufe
Werkzeug
Aufwand
Wann sinnvoll
1 · Einstieg
Tabellenkalkulation mit standardisierter Vorlage, manuelle Konsolidierung
gering
Um die Kennzahlendefinitionen überhaupt erst zu klären
2 · naheliegend
Abfrage- und Visualisierungswerkzeug auf den bestehenden Dateien
mittel
Fachbereiche behalten ihre Arbeitsweise, die Konsolidierung wird automatisiert
3 · Ausbau
Direkte Anbindung an die Fachsysteme statt über Dateien
hoch
Wenn die Kennzahlen stabil sind und manuelle Pflege zum Engpass wird
4 · später
Data Warehouse oder Erweiterung des führenden Systems
sehr hoch
Erst bei deutlich größerem Datenvolumen und breiterem Nutzerkreis
Kernaussage Ein gutes Management-Cockpit verbindet relevante Kennzahlen, klare Datenverantwortung und konkrete Entscheidungsfragen. Die Visualisierung ist nur ein Teil der Lösung. Der Fehler wäre, mit Stufe 4 zu beginnen — ein Werkzeug löst keine Definitionsprobleme. Erst wenn geklärt ist, welche Größen gesteuert werden, wer sie verantwortet und welche Entscheidung an ihnen hängt, lohnt sich Automatisierung.
Konnektorkatalog Beispielauswahl gängiger Systeme · kein Ist-Zustand der Stadtwerke Werl
Wofür dieser Bereich da ist
In produktiven Cockpits ist der Konnektorbereich die Stelle, an der sichtbar wird, woher jede Zahl
technisch kommt und ob die Verbindung steht. Die hier gezeigten Systeme sind eine Auswahl der in
der Energiewirtschaft verbreiteten Lösungen — sie beschreiben nicht, was bei den Stadtwerken Werl
im Einsatz ist. Der Status je Konnektor ist eine Modellannahme und zeigt, wie die Stufen aus der
Systemlandschaft praktisch aussehen würden: Stufe 1 und 2 arbeiten mit Dateiabzügen, ab Stufe 3 kämen
echte Schnittstellen hinzu.
Produktnamen stehen als Textmarke, nicht als Logo — fremde Bildmarken werden
hier bewusst nicht nachgebildet.
Kategorie
Lesehilfe zum Status:Angebunden — Daten fließen im Modell regelmäßig. Verfügbar — Schnittstelle existiert
grundsätzlich, wäre anzubinden. Vorgesehen — erst ab einer höheren Reifegradstufe sinnvoll.
Die Ladestrecke ETL — Extract, Transform, Load
1 · Extract
Abzug aus dem Quellsystem
Export zum vereinbarten Stichtag
Immer dieselben Felder in derselben Struktur
Nur Summen und Quoten, keine personenbezogenen Einzeldaten
Die Netzleittechnik bleibt außen vor — keine Verbindung hinein
→
2 · Transform
Prüfen, umrechnen, zuordnen
Einheiten vereinheitlichen, Vorzeichen prüfen
Zuordnung auf die verbindliche Kennzahlendefinition aus dem Steckbrief
Auffälligkeiten werden markiert, nicht stillschweigend korrigiert
→
3 · Load
Laden in die Verdichtungsschicht
Schreiben mit Zeitstempel und Quellenvermerk
Alte Stände bleiben erhalten — jeder Wert ist rückverfolgbar
Protokoll je Lauf: Datensätze, Dauer, Befunde
Erst danach rechnet das Cockpit
Warum der mittlere Schritt der eigentliche ist
Extract und Load sind Technik. Im Transform-Schritt entscheidet sich, ob eine Zahl das bedeutet, was
der Steckbrief sagt. Genau dort liegt die Hürde, die ich bei den Praxisherausforderungen an erster
Stelle nenne: Eine Regel lässt sich nur programmieren, wenn die Definition vorher verbindlich
festgelegt wurde.
Und ein Grundsatz: Auffälligkeiten werden gekennzeichnet, nicht
automatisch geglättet. Ein Cockpit, das stillschweigend korrigiert, verbirgt genau die Information,
wegen der man hinschaut.
Letzte Läufe Modellierte Protokollsicht
Konnektor
Letzter Lauf
Datensätze
Dauer
Befund
Berichtspflichten nach außen Empfänger außerhalb des Hauses · Rechtsgrundlage und Turnus
Der Baukasten unten bedient das interne Berichtswesen — Geschäftsleitung,
Aufsichtsgremium, Bereiche. Daneben steht ein zweiter Kreis von Empfängern, der nicht wählt, was er
bekommt: Aufsicht, Statistik, Prüfung und Eigentümer. Diese Berichte haben feste Fristen, eine
Rechtsgrundlage und eine benannte Datenquelle. Die Zusammenstellung zeigt die Systematik;
konkrete Fristen und Zuständigkeiten hängen vom Einzelfall und vom Landesrecht ab und sind hier
als zu prüfen gekennzeichnet.
Bericht
Empfänger
Grundlage
Turnus / Frist
Datenquelle im Cockpit
Status
Warum interne und externe Berichte nicht dieselbe Sache sind
Intern entscheidet der Empfänger über Inhalt und Zuschnitt — das leistet der Baukasten unten.
Extern ist der Zuschnitt vorgegeben, und die Aufgabe verschiebt sich: Nicht „was will ich zeigen",
sondern „woher kommt der geforderte Wert, wer verantwortet ihn, und ist er rechtzeitig fertig".
Ein Cockpit ersetzt diese Berichte nicht. Es kann aber sichtbar machen, welcher Bericht als
Nächstes fällig ist und aus welchem System seine Daten stammen — und genau das ist der Grund,
warum dieser Kalender neben dem Konnektorkatalog steht und nicht in einer eigenen Ablage.
Berichtsbaukasten Wie eine eigene Auswertung entstehen würde
Die vier festen Berichtsvarianten liegen hinter „Bericht erzeugen“. Darüber hinaus
braucht ein Cockpit die Möglichkeit, eigene Auswertungen zu definieren — hier als Auswahl dargestellt.
Die Vorschau beschreibt, was dabei herauskäme.
Inhalt
Zeitraum
Empfänger und Turnus
Der Punkt, auf den es dabei ankommt
Frei definierbare Berichte sind bequem und zugleich die häufigste Ursache dafür, dass in einer Runde
zwei Auswertungen mit unterschiedlichen Zahlen auf dem Tisch liegen. Deshalb wäre meine Regel: Der
Baukasten darf Zeitraum, Empfänger und Auswahl bestimmen — aber niemals die Berechnung. Die
bleibt im Steckbrief, außerhalb des Werkzeugs.
Woher die Zahlen dieses Cockpits stammen Sieben Arbeitsmappen, eine Verdichtungsschicht
Hinweis zur Datenbasis
Die verlinkten Dateien sind die Vorlagen, die den Fachbereichen zur Pflege
gegeben würden — nicht der heutige Zustand. Alle Werte darin sind synthetisch und stimmen mit den
Kennzahlen dieses Cockpits überein. Die Verknüpfung ist im Prototyp dokumentiert, nicht technisch
hergestellt: In der Praxis übernähme das ein Abfragewerkzeug.
Die Verweise öffnen sich nur, wenn die Dateien im selben
Ordner wie diese Seite liegen.
Der Grundsatz dahinter Jede Mappe hat genau einen fachlichen Eigentümer. Die Verdichtungsschicht
besitzt keine Daten, sie führt sie nur zusammen. Diese Trennung ist die Voraussetzung dafür, dass sich
später überhaupt ein Datenraum anschließen ließe — dort ist sie zwingend.
Vorhandene Online-Angebote Was heute schon läuft — und welche Daten dabei entstehen
Diese Übersicht orientiert sich an den öffentlich sichtbaren Selbstbedienungsangeboten
eines kommunalen Versorgers. Sie zeigt, welche Daten in solchen Kanälen anfallen und ob sie heute in
einem Steuerungscockpit ankommen würden. Die Einschätzung der Spalte rechts ist eine Annahme — welche
Schnittstellen real bestehen, wäre die erste Frage an die IT.
Angebot
Wofür
Welche Daten dabei entstehen
Im Cockpit
Möglicher Beitrag
Kundenprozesse · Verantwortung Vertrieb und Service
Verhältnis von Interesse zu Abschluss — direkter Vertriebsindikator
Störungsmeldung und Beschwerden
Eigene Kanäle für Meldungen
Meldungen nach Art, Reaktionszeit
teilweise
Beschwerdezahlen fließen heute manuell ein, die Reaktionszeit nicht
Netzprozesse · Verantwortung Netzbereich
Netzanschlussportal
Anträge auf Netzanschluss und Anschlussänderung
Anträge nach Anlass, Eingangszeitpunkt, Bearbeitungsstand
teilweise
Die wichtigste Lücke: Die Anfragezahl ist im Cockpit, die Bearbeitungsdauer nicht — obwohl sie der bessere Frühindikator wäre
Einspeiserportal
Anmeldung und Verwaltung von Erzeugungsanlagen
Anmeldungen, installierte Leistung je Anlage, Standort
teilweise
Erlaubt die Verbindung von Einspeiseanteil und Ortsnetzauslastung — heute getrennt geführt
Online-Planauskunft
Leitungsauskunft für Bauvorhaben und Tiefbau
Abrufe, Gebiete, Anfragende
nein
Abrufhäufigkeit je Gebiet ist ein Frühindikator für Bautätigkeit und damit für künftige Anschlussanfragen
Messsystem-Zugang
Einsicht in Daten intelligenter Messsysteme
Anzahl angebundener Messstellen, Nutzungsgrad
nein
Rolloutfortschritt als messbare Größe statt als Projektstatus
Der Befund, der aus dieser Übersicht folgt
Das digitale Angebot ist für ein Haus dieser Größenordnung bemerkenswert breit — Portale für Kunden,
Einspeiser, Bauvorhaben und Netzanschlüsse. Alle haben aber dasselbe Muster: Es sind Eingabekanäle.
Der Kunde gibt etwas ein, dahinter arbeitet jemand manuell weiter, und die dabei entstehenden Daten über
den Prozess selbst bleiben ungenutzt.
Das ist keine Kritik an den Portalen, sondern eine Beobachtung zur
Verwertung. Jeder dieser Kanäle erzeugt nebenbei Prozessdaten — Durchlaufzeiten, Abbruchquoten,
Digitalisierungsgrade. Diese Daten müssten nicht erhoben werden, sie fallen ohnehin an. Sie werden nur
nicht ausgewertet.
Das deutlichste Beispiel steht im Cockpit: Die Anschlussanfragen sind
als Kennzahl geführt, die Bearbeitungsdauer nicht — obwohl sie im Netzanschlussportal anfällt und
der bessere Frühindikator wäre. Genau deshalb ist sie in der Methodik als bewusste Auslassung vermerkt:
Sie wäre die erste Kennzahl, die ich ergänzen würde, sobald die Anbindung steht.
Systemlandschaft in Reifegraden Vier Stufen, dieselbe Architektur
System anklicken für Details ·
Pfeiltasten wechseln die Stufe
System auswählen
Ein System im Diagramm anklicken, um zu sehen, was es tut, welche Daten es hält und wer sie
verantwortet.
Betriebstechnik Fachsysteme Integration Nutzunggestrichelt = manueller Transfer · durchgezogen = automatisiert · rot = nur in eine Richtung
Warum vier Stufen und nicht ein Zielbild
Ein Zielbild allein beantwortet nicht, womit man anfängt.
Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist Stufe 2 der Punkt, an dem Aufwand und Nutzen zusammenpassen.
Stufe 3 wird sinnvoll, sobald die Kennzahlendefinitionen stabil sind und die manuelle Pflege zum Engpass
wird. Stufe 4 setzt Datenvolumen, Nutzerkreis und eigenes Personal voraus. Der Fehler wäre, mit Stufe 4
zu beginnen — ein Werkzeug löst keine Definitionsprobleme.
Die drei Governance-Linien
Die OT/IT-Grenze. Netzleittechnik darf Daten herausgeben, aber von außen
darf nichts hinein. In den Stufen 1 bis 3 ist sie gar nicht angebunden, ab Stufe 4 über eine technisch
erzwungene Einbahnstraße. Das ist eine Anforderung der Informationssicherheit für kritische
Infrastrukturen, keine Vorsichtsmaßnahme.
Der Datenschutz. Abrechnung, Kundenmanagement und Portale enthalten
personenbezogene Daten. Für ein Cockpit braucht niemand Namen — vor der Auswertung wird aggregiert oder
pseudonymisiert.
Die Datenverantwortung. Jedes Quellsystem hat einen fachlichen Eigentümer.
Die Integrationsschicht besitzt keine Daten.
KI-Einsatz in Reifegraden Vier Stufen — und die eine Grenze, die für ein Stadtwerk zählt
Warum diese Sicht neben der Systemlandschaft steht
Die Systemlandschaft oben beantwortet, woher Daten kommen. Diese Sicht
beantwortet, was mit ihnen gerechnet werden darf. Beides hängt zusammen: Ohne Stufe 2 der
Datenarchitektur — verlässliche Definitionen, nachvollziehbare Herkunft — hat jede KI-Anwendung keine
prüfbare Grundlage. Die Reihenfolge ist deshalb keine Vorsicht, sondern eine Abhängigkeit.
Die Stufen sind nach dem Grad der Entscheidungsübertragung geordnet, nicht
nach der Modellgröße. Entscheidend ist nicht, wie leistungsfähig ein System ist, sondern wie viel es ohne
menschliche Zwischenprüfung tut.
Plausibilitätsprüfung von Zählerständen, Schwellenwertmeldungen im Cockpit,
Fristenüberwachung, der Datenassistent dieser Anwendung
Saubere Stammdaten und definierte Schwellen
kein KI-System Vollständig regelbasierte Automatisierung
erfüllt die Definition in Art. 3 Nr. 1 nicht — es fehlt die Ableitungsfähigkeit
(Erwägungsgrund 12). Keine Pflichten aus der Verordnung.
2 · Assistenz nächster Schritt
Das Modell schlägt vor, ein Mensch entscheidet und verantwortet. Das Ergebnis verlässt das Haus
erst nach Prüfung.
Suche über Dokumente und Regelwerke, Entwurf von Anschreiben und Vermerken,
Vorstrukturierung eingehender Beschwerden, Zusammenfassung von Protokollen
Nutzungsregel, Ablage ohne Personenbezug, Nachweis der Prüfung
geringes Risiko Transparenzpflichten nach Art. 50
seit 2. August 2026: Wer mit einem System kommuniziert, muss es wissen; erzeugte Inhalte sind zu
kennzeichnen. Kein Hochrisiko.
3 · Eingebettet Ausbau
Das Modell rechnet laufend im Fachprozess mit. Der Mensch prüft Ergebnisse stichprobenhaft,
nicht mehr jeden Einzelfall.
Lastprognose für die Beschaffung, Prognose der Ortsnetzauslastung aus Einspeise- und
Anschlussdaten, Mustererkennung für Wasserverluste, Vorhersage von Zahlungsausfällen
Angebundene Quellsysteme (Stufe 3 der Datenarchitektur), messbare Trefferquote,
dokumentierte Rückfallebene
Einzelfallprüfung Im kaufmännischen Umfeld regelmäßig
kein Hochrisiko. Sobald das Ergebnis den Netzbetrieb steuert, greift Anhang III Nr. 2 — siehe unten.
4 · Agentisch Zielbild, mit Vorbehalt
Das System plant mehrere Schritte, ruft selbst Werkzeuge auf und arbeitet einen Vorgang bis zu
einem Freigabepunkt durch.
Vorgangsbearbeitung einfacher Netzanschlussanfragen bis zur Freigabe,
Zusammenstellung wiederkehrender Berichte aus mehreren Quellen, Vorprüfung von Rechnungen
abhängig vom Einsatzfeld Die Stufe ändert die
Risikoklasse nicht automatisch — wohl aber die Beweislast: Ohne lückenloses Protokoll ist
die menschliche Aufsicht nach Art. 14 nicht belegbar.
Die Grenze, die für ein Versorgungsunternehmen entscheidend ist
Sie verläuft nicht zwischen den Stufen, sondern zwischen den Bereichen.
Anhang III Nr. 2 der KI-Verordnung stuft KI als Sicherheitsbauteil beim Betrieb und der Verwaltung
kritischer Infrastruktur — ausdrücklich der Versorgung mit Wasser, Gas, Wärme und Strom — als
hochriskant ein. Dasselbe Verfahren ist also im Kundencenter unkritisch und in der Netzsteuerung
hochriskant.
Daraus folgt eine klare Aufteilung: Stufen 1 und 2 im gesamten Haus,
Stufe 3 in den kaufmännischen und planerischen Prozessen, Stufe 4 ausdrücklich nicht in der
Netzsteuerung. Die OT/IT-Grenze aus der Systemlandschaft gilt hier unverändert weiter — ein Modell,
das keine Verbindung ins Leitsystem hat, kann dort auch nichts auslösen.
Zum Zeitplan: Die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III wurden durch die
Digital-Omnibus-Verordnung von August 2026 auf den 2. Dezember 2027 verschoben (Anhang I: 2. August
2028). Das ist ein Aufschub, keine Entwarnung — wer Stufe 3 in netznahen Prozessen aufbaut, baut auf eine
Frist hin, die bereits feststeht.
Warum der Datenassistent dieser Anwendung Stufe 1 ist — und bleibt
Die Abfrage unten rechts sieht aus wie ein Sprachmodell, ist aber keines. Die Eingabe
wird über hinterlegte Stichwörter und Zeitraumausdrücke auf feste Auswertungsroutinen abgebildet; gerechnet
wird aus den Modellreihen dieser Datei. Es besteht keine Verbindung nach außen.
Das ist eine bewusste Entscheidung und kein Behelf. Für ein Cockpit, dessen
Zweck die Nachvollziehbarkeit von Zahlen ist, wäre ein Modell, das Werte formuliert statt sie zu
berechnen, ein Rückschritt: Jede Zahl müsste dann wieder gegen die Quelle geprüft werden. Der Nutzen eines
Sprachmodells läge hier in der Formulierung der Frage — nicht in der Antwort. Genau diese Trennung ist
der Grund, warum Stufe 2 ein sinnvoller nächster Schritt wäre und Stufe 3 an dieser Stelle keiner.
Was vor dem ersten Anwendungsfall zu klären wäre
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Auswahl des Werkzeugs. Vier Schritte, in dieser
Folge:
1 · Verzeichnis. Welche Systeme mit KI-Anteil sind bereits im Haus — auch
die, die als Funktion in einer Fachanwendung mitgeliefert wurden? Ohne diese Bestandsaufnahme lässt sich
keine Pflicht zuordnen.
2 · Nutzungsregel. Eine Seite: Was darf eingegeben werden, was nicht,
wer prüft das Ergebnis, wie wird die Prüfung festgehalten. Ohne Regel entsteht Schatten-Nutzung, und die
ist das eigentliche Risiko.
3 · Kompetenz. Art. 4 der Verordnung wurde durch den Digital Omnibus von
einer Pflicht zur Sicherstellung zu einer Pflicht zur Förderung abgeschwächt. Praktisch bleibt es dabei:
Ohne nachgewiesene Schulung ist die geforderte menschliche Aufsicht nicht darstellbar.
4 · Ein Pilot mit Messgröße. Ein Anwendungsfall, eine vorher festgelegte
Kennzahl, ein Stichtag. Der naheliegende Kandidat steht bereits im Cockpit: die Bearbeitungsdauer von
Anschlussanfragen. Sie ist heute die auffälligste Lücke, sie fällt im Portal ohnehin an, und ihr
Verlauf zeigt unmittelbar, ob eine Vorstrukturierung eingehender Anträge etwas bewirkt.
Erst danach stellt sich die Frage nach dem Werkzeug. Sie ist die einfachste
der vier.
Systemlandschaft · Stufe 2
System auswählen
Ein System im Diagramm anklicken.
Datenassistent
regelbasiert · rechnet lokal · keine KI-Anbindung
Regelbasierte Abfrage, kein Sprachmodell. Die Eingabe wird über hinterlegte Stichwörter und Zeitraumausdrücke auf feste Auswertungsroutinen abgebildet; gerechnet wird aus den Modellreihen dieser Datei. Es besteht keine Anbindung an eine externe KI und keine Verbindung nach außen. Jede Zahl nennt ihre Quelle; was nicht hinterlegt ist, wird als solches benannt.